Kind mit Asthma: Wie funktioniert ein normales Leben?

Susann Wolf hat zwei Söhne mit Asthma. Auf dem PARI Blog berichtet sie, wie sie versucht, beiden Kindern ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.

Susann Wolf hat zwei Söhne mit Asthma. Im Interview berichtet sie über den Alltag mit der Erkrankung, die Therapie ihrer Kinder und wie sie in der Familie versuchen, ein möglichst normales Leben zu führen.

Vorab: Die Ausgangslage der Familie

Susann hat selbst Asthma, eine familiäre Disposition, die sie vermutlich an ihre Söhne weitergegeben hat. Denn die beiden Kinder haben auch Asthma, jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Schweregrad, Trigger und Symptome sind teils andere. Das zeigt, wie individuell Asthma verlaufen kann, selbst innerhalb einer Familie.

Diagnose, Asthma-Ausprägung der Kinder und Behandlung im Überblick

Leonard, aktuell 7 Jahre

Diagnose: Erste Bronchitis mit 2 bis 3 Monaten, schwere RS-Virus-Infektion mit 9 Monaten, Verdacht auf frühkindliches Asthma ab etwa 1,5 Jahren. Offizielle Diagnose mit 3 Jahren, nachdem erste Lungenfunktionstests möglich waren.

Schweregrad und Ausprägung:

  • Schweres Asthma, aktuell Stufe 6 von 6 nach Therapie-Schema
  • Monatlich akute Verschlechterungen (Asthma-Exazerbationen), teils mit Lungenentzündung, häufig stationär behandelt
  • Zusätzlich: schwere zentrale Schlafapnoe, nachts nicht-invasive Maskenbeatmung

Asthma-Trigger und Monitoring:

  • Virusinfekte (häufigster Auslöser)
  • Vermutete, aber nicht eindeutig nachgewiesene Allergien (v. a. im Sommer)
  • Luftverschmutzung, Rauch (Lagerfeuer, Silvester, etc.)
  • Tägliche Peak-Flow-Messungen mit Protokollierung per App

Therapie:

Theodor, 9 Jahre

Diagnose: Diagnose im Juni 2025 nach schwerer Lungenentzündung und Verdacht auf Allergien.

Schweregrad und Ausprägung:

  • Schweres Asthma, aber weniger häufige Verschlechterungen als beim Bruder
  • Klassische Asthmaanfälle, auch außerhalb von Infekten

Asthma-Trigger und Monitoring:

  • Hausstaub-Allergie, Verschlechterung während der Heizperiode
  • Körperliche Belastung (z. B. Treppensteigen)
  • Virusinfekte
  • Tägliche Peak-Flow-Messungen mit Protokollierung per App

Therapie:

  • Dauertherapie: Inhalation von atemwegserweiternden und kortisonhaltigen Sprays mit VORTEX Inhalierhilfe
  • Bedarfsmedikation: Inhalation eines Notfallspray über die VORTEX Inhalierhilfe und bei < 80 % Peak-Flow
  • Bei Verschlechterung: Feuchtinhalation mit PARI BOY Pro von 0,9 % Kochsalzlösung, ggf. Kombination mit PEP-System-Aufsatz
  • Bei Infekten: Feuchtinhalation mit PARI BOY Pro von 0,9 % Kochsalzlösung alle vier Stunden
  • Bei starker Verschleimung: Rücksprache mit dem Arzt, welche weiteren Wege sich zur Schleimlösung anbieten

PARI-Blog: Susann, welche Routinen haben Sie im Alltag durch das Asthma Ihrer Kinder?

Susann: Bei uns gibt es zwei klare Routinen. Die eine Asthmatherapie-Routine bezieht sich auf den Fall, wenn die Kinder stabil sind und der Peak-Flow über 80 % liegt. Dann inhalieren sie zweimal täglich: morgens vor der Schule oder am Wochenende am Frühstückstisch und abends nach dem Abendessen direkt vor dem Zähneputzen ihre Sprays mit der VORTEX Inhalierhilfe. Erst wird gemessen, dann inhaliert und danach läuft der Tag ganz normal weiter.

Beide haben immer ein Asthma-Notfallset mit dabei, bestehend aus VORTEX Spacer und atemwegserweiterndem Spray: Sie tragen es entweder direkt am Körper oder im Schulranzen. Im Lehrerzimmer gibt es zusätzlich ein Spray.

Die zweite Routine tritt ein, wenn sich die Peak Flow-Werte verschlechtern oder sich ein Infekt ankündigt. Der Grundablauf bleibt bestehen, aber das Schema wird erweitert. Die Kinder gehen dann meist noch zur Schule, inhalieren aber häufiger und nach einem angepassten Plan.

PARI-Blog: Wie bemerken Sie im Alltag, dass sich eine Verschlechterung trotz der konsequenten Asthma-Therapie anbahnt und wie äußert sie sich? Eher anfallartig oder anders?

Susann: Bei Leo, dem Jüngeren der beiden, ist es meist eine graduelle Verschlechterung und dann im Endeffekt auch wieder eine Verbesserung. Wenn man sich den Peak-Flow-Verlauf anschaut, schleicht sich dort oft ein Knick ein. Die Werte sinken langsam, aber kontinuierlich ab, danach geht es genauso langsam wieder nach oben. Die Phasen der Verschlechterung ziehen sich meist über zwei bis drei Wochen. Dann hat Leo vier bis acht Wochen Ruhe, bis der nächste Trigger kommt, der Peak-Flow abrutscht und sich die Asthma-Symptome verschlimmern.

PARI-Blog: Was triggert bei Ihren Kindern das Asthma und die Verschlechterungen?

Susann:Infekte triggern bei beiden Kindern das Asthma enorm. Bei Leo, dem Jüngeren, tritt der Abfall des Peak Flow-Wertes oft in Kombination mit einer Bronchitis oder Lungenentzündung auf. Dann leidet er sehr. Bei ihm vermutet man daneben Allergien als Asthma-Trigger, da er auch in Sommer häufig Peak-Flow Abfälle hat. Bisher konnte man den konkreten Auslöser für die Abfälle im Sommer aber noch nicht finden.

Beim Großen sind neben Infekten auch Allergien ein Asthma-Auslöser, zum Beispiel die Hausstauballergie. Eine Verschlechterung merkt er vor allem, wenn die Heizungsperiode los geht.

PARI-Blog: Wird die Standardtherapie ergänzt oder erweitert, z. B. um Feuchtinhalation, wenn sich das Asthma Ihrer Kinder durch Infekte oder andere Auslöser verschlimmert?

Susann: Ja. Bei einem akuten Anfall kommt natürlich das Notfallspray zum Einsatz. Aber auch sobald sich eine langsame, konstante Verschlechterung des Peak Flows abzeichnet, ergänzen wir die Spray-Inhalation um eine konsequente Feuchtinhalation mit Kochsalz und eventuell um zusätzliche atemwegserweiternde Medikamente.

Wenn sich Infekte anbahnen oder nicht so schlimm sind wie ein Schnupfen, binden wir morgens und abends noch eine Feuchtinhalation mit dem PARI BOY Pro ein. Bei richtigen Infekten allerdings inhalieren beide Kinder täglich alle vier Stunden Kochsalz über den PARI BOY Pro, um die Schleimhäute zu befeuchten.

Bei Leo setze ich manchmal auch das PARI PEP S System direkt auf den Vernebler auf, damit die Bronchien während der Ausatmung weit bleiben. Wenn die Jungs mit vielen und belastenden Symptomen des Asthmas oder des Infektes zu kämpfen haben, lasse ich sie auch von der Schule zuhause, damit sie sich auf die Therapie konzentrieren und erholen können.

PARI-Blog: Apropos Schule. Wie funktioniert die Asthma-Therapie im Zusammenspiel mit der Schule?

Susann: Wir haben die Asthmaerkrankung unserer Söhne von Beginn an offen kommuniziert und erklärt, welche Therapien im Unterricht nötig sein können. Beide haben ihre Notfall-Sets, ihre Sprays und die VORTEX Inhalierhilfe dabei. Im Lehrerzimmer liegt zur Sicherheit ein zusätzliches Spray.

Beide haben ein Vibrationsarmband, in dem Alarme hinterlegt sind, die mit den jeweiligen Lehrkräften und auf die Pausenzeiten abgestimmt wurden. Wenn das Armband vibriert, wissen alle – meine Söhne, die Lehrkräfte und die Klassenkameraden: Jetzt muss kurz das Spray inhaliert werden. Das machen die Jungs einfach nebenbei im Klassenzimmer.

Bei Verschlechterung oder Infekten gebe ich den Kindern eine Karte mit in die Schule, damit die Lehrkräfte wissen, dass es gerade ein gesundheitliches Thema gibt. Sie behalten die Kinder dann etwas genauer im Auge.

PARI-Blog: Wie können Ihre Kinder trotz des Asthmas an Klassenausflügen oder Schulfahrten teilnehmen?

Susann: Indem sie ihre volle Ausrüstung dabeihaben und die Begleitpersonen umfassend informiert sind. Meine Jungs kennen ihr Asthma und die Trigger selbst sehr gut und handeln selbstständig. Erklärungen für die Lehrkräfte sind dennoch hilfreich.

Ein Beispiel: Wenn es ein Lagerfeuer gibt, dürfen die Jungs nicht direkt im Rauch stehen, da das immer katastrophale Folgen für ihre Bronchien hat. Da bitte ich die Lehrkräfte, mit darauf zu schauen. Zusätzlich müssen die Jungs bei solchen Aktionen eine FFP2-Maske tragen, um zumindest einen Teil des Rauchs und Feinstaubs aus der Lunge draußen zu halten. Wenn darüber alle Bescheid wissen, kommen auch keine blöden Fragen oder Kommentare.

PARI-Blog: Wie handhaben Sie die Asthma-Therapie Ihrer Kinder bei Ausflügen oder im Urlaub?

Susann: Wir haben immer alles dabei und sind auch für Notfälle und eventuell auftretende Infekte oder Verschlechterungen ausgerüstet. Für die Feuchtinhalation nehmen wir den PARI BOY free mit, weil dieser viel handlicher ist und im Gepäck weniger Platz verbraucht. Er ist leise und mit Akkubetrieb, also auch ohne Steckdose nutzbar.

Den kann man im Zweifel einfach in die Jackentasche stecken. Wir haben so schon im Wald, im Schwimmbad und im Indoor-Spielplatz inhaliert. Also egal, wo wir waren, wurde der PARI BOY free aus der Tasche gezogen und die Jungs konnten schnell inhalieren. Das Gerät vernebelt zudem superschnell, wodurch die Inhalation flott geht und damit für die Jungs auch unterwegs erträglich ist.

Die Möglichkeit, überall inhalieren und das Asthma ideal behandeln zu können, gibt meinen Kindern und uns als Familie ein Stück Freiraum und Normalität. Früher haben wir Ausflüge und Besuche nach der Therapie gerichtet. Wir mussten fahren, so dass die Jungs noch inhalieren konnten. Heute ist das mit dem PARI BOY free entspannter. Wir nehmen ihn einfach mit und die Jungs inhalieren dort.

PARI-Blog: Susann, vielen Dank für das offene und interessante Gespräch!


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Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keine Therapieempfehlung dar. Die Bedürfnisse von Patienten sind individuell sehr verschieden. Vorgestellte Therapieansätze sollen nur als Beispiele dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Facharzt und Physiotherapeuten abzusprechen.


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