Apnoetaucher Nik Linder: Herausforderung Atemgesundheit auf Reisen

Für Apnoetaucher wie Nik Linder können Atemwegsgesundheit und Atemwegspflege unterwegs zur Herausforderung werden – wie er beides trotzdem meistert.

Nik Linder berichtet auf dem PARI Blog und auf Instagram regelmäßig aus seinem Leben als Apnoetaucher und Atemtrainer. Heute erzählt er, wie die Atemwegsgesundheit und Atemwegspflege unterwegs zur Herausforderung werden kann – und wie er beides trotzdem meistert.

Eintauchen in fremde Länder und Ozeane

Als Kind bin ich nicht sehr weit gereist. Viel Geld war in unserer Familie nicht vorhanden und trotzdem haben meine Eltern mir und meinem Bruder fast jedes Jahr einen Sommerurlaub ermöglicht – allerdings meist in die Berge nach Österreich. Dort gab es zwar einen See in dem ich als Kind schnorcheln konnte, aber so richtig überwältigend war die Unterwasserwelt in Zell am See eher nicht.

Als ich viel später hauptberuflich Apnoetauchlehrer wurde, lag mir eine ganze Welt zu Füßen oder vielmehr zu Flossen. Ich genoss es, in Länder zu fliegen die ich bis dahin nur in Tier- und Naturfilmen gesehen hatte. Wasser gab es überall und meine Touren als Reiseleiter führten mich in viele ferne Länder und Ozeane. Apnoe-Tauchgänge mit Walen, Haien, Orcas und Mantas standen auf dem Programm. Es gefiel mir sehr, ein wenig von dem nachzuholen, was mir als Kind gefehlt hatte.

Reisen: Belastung für die Atemwege

Als Freediving-Ausbilder und Reiseleiter beobachtete ich, dass das Reisen an sich belastend für die Atemwege und die Gesundheit sein kann. Die trockene Luft im Flugzeug, die Klimaanlagen in Flughäfen, Hotels und Taxis: All das führte regelmäßig dazu, dass Teilnehmer meiner Reisen erstmal überhaupt nicht tauchen gehen konnten.

Erkältungen schon zu Beginn der Reise zwangen sie, zu pausieren. Eine unangenehme Situation: Man fliegt gefühlt einmal um die Welt, um dann an Land bleiben zu müssen und in die vor Freude geweiteten Augen derer zu blicken, die beim Abendessen von den spektakulären Tauchgängen erzählen, die sie erlebt hatten.

Die eigene Gesundheit im Fokus

Für mich war der Druck noch ein bisschen größer. Als Apnoe-Instructor und Reiseleiter in einer Person endete meine Aufgabe nicht, wenn ich meine Tauchgruppe an das Reiseziel gebracht und dafür gesorgt hatte, dass jeder ein Hotelzimmer bekam, das den Erwartungen entsprach. Die Arbeit fing erst richtig an, wenn es ins Wasser ging. Ausbilden, sichern und unterstützen, so dass alle auf ihre Kosten kamen und jeder seine Tauchgänge gesund beenden konnte: Das war eine herausfordernde Aufgabe. Für mich bedeutete das vor allem, dass ich mir eine Erkältung noch weniger leisten konnte als die Teilnehmer. Ich musste gesund bleiben und verantwortungsvoll mit meiner eigenen Gesundheit umgehen, um für meine Kunden da zu sein.

Natürlich ging es nicht nur um die Gäste, sondern auch um mein eigenes Wohlbefinden. Dass ich seit fast 25 Jahren als Tauchlehrer arbeiten kann, liegt natürlich auch daran, dass ich nicht rauche und versucht habe, mich all die Jahre gesund zu ernähren. Für mich als Apnoetaucher liegt dabei ein ganz großer Schwerpunkt auf der Atemgesundheit. Das schließt Atemtraining mit ein. Nasenatmung, Nasenduschen und die Feuchtinhalation gehören ebenso dazu wie mein regelmäßiges Training.

Seatrekking: Herausforderung ans Gepäck

Auch wenn mir immer viele sagen, dass ich ja „nur noch unterwegs sei“ habe ich meine Flugreisen auf ein Minimum begrenzt. Zu viele Reisen können stressen. Außerdem bin ich mir mittlerweile auch meines CO2-Fußabdrucks bewusst. Viel lieber suche ich daher die Abenteuer vor der Haustüre.

Seatrekking ist zu einer meiner Leidenschaften geworden. Dabei reist man mit einem wasserdichten Rucksack. Das Besondere daran ist das extrem begrenzte Packmaß, das nur Raum für das Allernötigste bietet: Erstatzkleidung, Zahnbürste, Essen und Kochzeug, ein Schlafsack und eine Isomatte. Kein Zelt, denn Wildcampen ist verboten, Biwakieren meist geduldet. Eine äußerst reduzierte Art des Reisens, die dem Zugverhalten von im Wasser lebenden Säugetieren nachempfunden ist. Genau wie sie legt man eine Strecke im Meer zurück, indem man sich sowohl tauchend unter Wasser als auch atmend bzw. schnorchelnd an der Wasseroberfläche fortbewegt.

Neue Idee: Einmal rund um den Bodensee schwimmen

Ein besonderes Projekt hatte ich mir 2022 vorgenommen: Ich wollte als erster Mensch überhaupt den Bodensee schwimmend umrunden. Auf diese Idee bin ich während der Corona-Zeit gekommen, als ich zu Hause war und alle Kurse, Reisen und Vorträge abgesagt wurden. Ich fuhr mit meiner Familie am nahen Bodensee entlang und fragte mich, ob es abgesehen von Überquerungen und Längsquerungen schonmal jemanden gegeben hatte, der den Bodensee entlang der Küste umschwommen bzw. umschnorchelt hatte.

Als ich erkannte, dass das bislang noch niemand gemacht hatte, war ich Feuer und Flamme. Ich machte mich gleich an die Vorbereitung meines Abenteuers. Möglich wurde es, weil ich als Apnoetaucher den Verzicht lebe. Wir verzichten auf Equipment, indem wir nur mit minimalem Aufwand in die Tiefe tauchen. Wir verzichten auf den Atem, weil wir nur einmal tief Luft holen, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Beim Seatrekking verzichtet man auf noch mehr: auf den Komfort eines trockenen Bettes und sonstige Selbstverständlichkeiten wie zum Beispiel eine Toilette.

Geschafft – Bodenseeumrundung erfolgreich gemeistert

Mitte September bis Anfang Oktober 2022 habe ich es geschafft und an 20 Tagen jeden Tag fast 10 Kilometer Schwimmstrecke hinter mich gebracht. Die 20 Tage regnete es fast durchgehend, die Temperatur fiel auf wenige Grad. Ich war sehr froh, als ich Anfang Oktober meinen Ausgangs -und Zielhafen Romanshorn erreichte. Möglich war das ganze nur deshalb, weil ich alleine und ohne Support sowie mit leichtem Gepäck als Seatrekker gereist bin. Beim SWR Fernsehen gibt es dazu eine sehr schöne Doku.

Immer im Gepäck: der PARI BOY free

Wenn ich heute reise, ist meine Seatrekking-Erfahrung immer noch präsent. Ich wähle sorgfältig aus, was ich mitnehme. Lieber wasche ich mal ein T-Shirt im Waschbecken, als dass ich zu viel mitschleppe. Das Reisen mit leichtem Gepäck ist sehr viel angenehmer und man fühlt sich unbeschwerter und freier. Egal ob ich seatrekke, mit dem Auto oder dem Flieger verreise: Was sich inzwischen auf meinen Tauchtouren immer in meinem Gepäck befindet, ist der PARI BOY free.

In den letzten Jahren haben sich bei mir Probleme mit der Stirnhöhle gehäuft, was zu Schmerzen beim Tauchen führte. Ignorierte ich den Schmerz beim Abtauchen, blutete ich beim Auftauchen aus der Nase. Verschleimungen in der Stirnhöhle verhinderten den Druckausgleich, was sehr schmerzhaft sein kann. Zuhause nutze ich deshalb den PARI SINUS2 zur Atemwegspflege. Auf Reisen unterstützt mich der PARI BOY free. Das extrem kleine Packmaß und die Möglichkeit des Batteriebetriebs, erlauben es mir, in sehr entlegenen Gegenden Salzlösung zu inhalieren und so jederzeit in der Lage zu sein, abzutauchen.


Über Nik Linder

Nik Linder hat mehrere Weltrekorde im Streckentauchen unter Eis und mehrere nationale Apnoe-Rekorde gebrochen. Als erster Mensch hat der begeisterte Seatrekker den Bodensee schwimmend und ohne Support umrundet. Nik ist als Atem- und Entspannungstrainer tätig und hat mit „Relaqua“ eine Entspannungsmethode erfunden, die ihre Wurzeln im Apnoetauchen, dem Atemyoga und der Achtsamkeit hat. Als Autor, Speaker und Apnoetrainer ist er vor allem im deutschsprachigen Raum aktiv, seine Reisen führen ihn aber in die ganze Welt.



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Hinweis: Bei den im Erfahrungsbericht getroffenen Aussagen handelt es sich um die individuelle Sichtweise der berichtenden Person. Diese spiegeln nicht zwangsläufig die PARI Sichtweise oder den allgemeinen Stand der Wissenschaft wider.


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