Schleim lösen aus Lunge und Bronchien: Serie mit 8 hilfreichen Übungen. Teil 4

 

Schleimbildung in der Lunge bei Infekten ist eine normale Reaktion des Körpers. Die Becherzellen produzieren vermehrt Schleim, um die Krankheitserreger schnell aus dem System abtransportieren zu können. Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut an, da viele Immunabwehrzellen zum Ort des Geschehens transportiert werden. Mehr Schleim und geschwollene Schleimhäute verengen die Bronchien und damit auch den Weg, den die Luft nehmen muss. Das Atmen wird schwerer. Mit bestimmten Übungen lässt sich der Schleim in der Lunge mobilisieren, so dass dieser einfacher und schneller abgehustet werden kann. Wir stellen Ihnen hier in unserem PARI BLOG jede Woche eine von acht hilfreichen Übungen vor: 

Warum funktionieren Atemübungen, um Schleim in Lunge bzw. Bronchien zu lösen?

Diese Frage haben wir Marlies Ziegler gestellt. Sie ist Physiotherapeutin, spezialisiert auf Atemphysiotherapie und arbeitet täglich mit Patienten, die chronisch Probleme damit haben, Schleim aus Lunge und Bronchien zu lösen. Deswegen kennt sie effektive Übungen, um Schleim in der Lunge zu mobilisieren. Diese Übungen eignen sich nicht nur für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, wie COPD, Mukoviszidose, PCD oder chronischer Bronchitis, sondern auch wenn Lunge und Bronchien akut durch eine Erkältung, Bronchitis oder Lungenentzündung mit Schleim verstopft werden.

Marlies Ziegler weiß aus Erfahrung, dass die Übungen funktionieren. Der Grund: „Die Übungen beeinflussen die Beweglichkeit des Brustkorbs, der Wirbelsäule und der Rippen positiv. Durch diese Bewegung verändert sich die Atmung und der Schleim kann besser gelöst werden.“

Alle Übungen sollten mit der Atmung kombiniert werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Durch die Kombination aus Atmung und Bewegung können atemsynchrone Schwankungen in den Bronchien entstehen, wodurch Luft hinter das Sekret gelangen kann. Der Schleim löst sich und kann einfacher aus der Lunge abtransportiert werden. Noch besser funktioniert das, wenn nach der Einatmung eine kurze Atempause (wenn möglich langsam bis drei zählen) eingehalten wird. 

Übung 4: Zwerchfellbrücke aktiv

Bei der Übung „Zwerchfellbrücke aktiv“ muss das Zwerchfell gegen einen Widerstand arbeiten. Denn die Anspannung der Muskulatur sorgt dafür, dass Organe in Richtung Brustkorb geschoben werden. Während der Übung wird die Aufmerksamkeit auf die Atmung gelenkt. Nach der Übung stellt sich eine erleichternde Atemvertiefung ein. So geht’s:

  1. Legen Sie sich mit dem Bauch auf den Boden.
  2. Die Arme liegen seitlich neben dem Körper.
  3. Drehen Sie den Kopf nach links.
  4. Nun bewegt sich der Bauch leicht von der Unterlage weg. Stellen Sie sich vor, Sie ziehen den Bauchnabel in Richtung Zimmerdecke. Ziehen Sie aber keinesfalls den Bauch ein, sondern setzen Sie die Bauchmuskulatur ein. Es handelt sich um eine sehr kleine Bewegung.
  5. Der untere Rücken geht gleichzeitig in Richtung Zimmerdecke.
  6. Das Becken schiebt Richtung Füße.
  7. Wichtig: Die Position wird durch die Bauchmuskulatur gehalten. 
  8. Atmen Sie in dieser Position sechs bis zehn Mal tief durch die Nase ein und aus.
  9. Legen Sie sich ab und entspannen Sie. Drehen Sie dann den Kopf auf die rechte Seite. Spüren Sie bewusst nach, wie sich Ihre Atmung verändert hat im Vergleich zum Beginn der Übung. 
  10. Lassen Sie den Kopf nach rechts gedreht liegen und gehen Sie erneut in die Zwerchfellbrücke (wie ab Schritt 4).

Wiederholen Sie die Zwerchfellbrücke je Seite 3 bis 4 Mal mit dem Kopf nach links bzw. rechts gedreht. 

Über Marlies Ziegler

Marlies Ziegler arbeitet als niedergelassene Physiotherapeutin in München. Ihr Schwerpunkt liegt auf Atemphysiotherapie. Sie behandelt seit 20 Jahren Patienten mit chronischen obstruktiven und restriktiven Atemwegserkrankungen, wie Asthma, COPD, Mukoviszidose (CF) und Primäre Ciliäre Dyskinesie (PCD). 

Übung 1: Pfeil und Bogen im Liegen

Übung 2: Schraube (unterlagert)

Übung 3: Fisch (aktiv oder gelagert)

 

Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keinen Therapieersatz dar. Die vorgestellten Übungen sollen als Beispiele für die Atemtherapie dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Facharzt und Physiotherapeuten abzusprechen.

Ein Beitrag der PARI-BLOG Redaktion.


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