Hausmittel und Tipps gegen häufige Infekte bei Kindern

Kinderarzt Emmanuel Nellen über Tipps & Hausmittel zur Stärkung der Abwehrkräfte, um Schnupfen, Husten & Erkältung vorzubeugen.

Ihr Kind ist ständig krank? Kinderarzt Emmanuel Nellen erklärt, wie Sie mit einfachen, vorbeugenden Hausmitteln das Immunsystem stärken und mit der richtigen Atemwegspflege Infekten bei Ihren Kindern vorbeugen können.

Tipp 1: Gesunder Lebensstil bildet die Säulen der Abwehrkräfte

Um die Abwehrkräfte grundsätzlich zu stärken, empfiehlt Kinderarzt Nellen, auf die einfachen Dinge im Alltag zu achten.

  • Ausreichend Schlaf: Kinder und Jugendliche sollten auf einen gesunden Lebensstil achten und genügend schlafen.
  • Viel Trinken: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Frische Luft: Gehen Sie regelmäßig an die frische Luft.
  • Eltern als Vorbild: Als Eltern kann man hier gerne als Vorbild vorangehen und sich ebenso an diese Tipps halten.

„[Kinder und Jugendlich sollten] auf einen gesunden Lebensstil achten, ausreichend trinken, genügend schlafen und an die frische Luft gehen. Als Eltern kann man hier gerne als Vorbild vorangehen und sich ebenso an diese Tipps halten.“

Emmanuel Nellen
Kinderarzt

Tipp 2: Atemwege pflegen und Schleim mobilisieren (Inhalation)

Gerade wenn Kinder zu viel Verschleimung neigen, können physikalische Methoden zur Pflege der Atemwege beitragen.

  • Feuchtinhalation: Die Feuchtinhalation mit Ectoin oder hypertoner Kochsalzlösung kann bei infektanfälligen Kindern und Jugendlichen sinnvoll sein.
  • Wirkung bei Verschleimung: Besonders wenn die Erkrankung mit viel Verschleimung einhergeht, trägt die Inhalation mit hypertoner Kochsalzlösung dazu bei, das Sekret zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern.
  • Nasendusche: Wenn es Kinder tolerieren, sind Nasenduschen eine einfache Möglichkeit Schleim aus der Nase zu spülen.

„Bei der Nasendusche gibt es Leute, die schwören darauf. Es kann hilfreich sein, aber als unangenehm empfunden werden. Nicht alle Kinder tolerieren es. Die Feuchtinhalation mit Ectoin oder hypertoner Kochsalzlösung kann bei infektanfälligen Kindern und Jugendlichen sinnvoll sein – gerade wenn die Erkrankung mit viel Verschleimung einhergeht. Hier hilft die Inhalation mit hypertoner Kochsalzlösung, das Sekret zu verflüssigen und besser abhustbar zu machen. Gleichzeitig kann hypertone Kochsalzlösung als reizend empfunden werden, aber nichtsdestotrotz wird damit der Schleim gut mobilisiert und kommt einfacher aus den Bronchien.“

Emmanuel Nellen
Kinderarzt

Tipp 3: Schädliche Umwelteinflüsse (Noxen) ausschließen

Hinter einer erhöhten Infektanfälligkeit können auch schädigende Stoffe (Noxen) im Umfeld stecken. Daher rät der Kinderarzt:

  • Rauchfreiheit: Das Rauchen in einem Haushalt oder an Orten, an denen sich ein Kind oder Jugendlicher häufig aufhält, sollte vermieden werden.
  • Allergene prüfen: Schimmel, Staub oder Tierhaare sind potenzielle Allergene, die dazu führen können, dass Kinder ständig krank sind. Hier sollte abgeklärt werden, ob eine Allergie vorliegt.

„[Eine Rolle können auch] sogenannte Noxen [spielen]. Noxen sind, ganz allgemein ausgedrückt, schädigende Stoffe oder Umstände, die eine Krankheit auslösen oder fördern können. Dazu zählt zum Beispiel, wenn in einem Haushalt oder Ort, in dem sich ein Kind oder Jugendlicher häufig aufhält, geraucht wird. Auch Schimmel, Staub oder Tierhaare – alles potenzielle Allergene – können dazu führen, dass Kinder ständig krank sind. Hier gilt es abzuklären, ob eine Allergie vorliegt.“

Emmanuel Nellen
Kinderarzt

Tipp 4: Vorsorge und frühzeitige Reaktion

Um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden und die Heilung zu beschleunigen, sollten Sie Infekten vorbeugen und bei Krankheit nicht lange warten, bis Sie ärztlichen Rat einholen.

  • Impfstatus aktualisieren: Ein kompletter und aktueller Impfstatus nach den Impfempfehlungen der STIKO ist für alle Kinder und Jugendlichen wichtig.
  • Grippeimpfung ergänzen: Für infektanfällige Kinder und Jugendliche kann die Influenza-Impfung in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ergänzt werden.
  • Atemwege kontrollieren (bei Vorerkrankung): Kinder und Jugendliche mit chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma) sollten zu Hause einen Peakflow-Meter nutzen, um die Weite der Atemwege zu überprüfen und einen Trend zur Verschlechterung der Atmung frühzeitig zu erkennen. Die Therapie sollte zeitnah angepasst werden.
  • Rechtzeitiger Arztbesuch: Kinder, die zu Infekten neigen, sollten frühzeitig Ärztin oder Arzt aufsuchen und nicht erst Tage oder Wochen ins Land ziehen lassen. Fieber, Wesensveränderung und Atemprobleme (starker Husten, verstopfte Nase, die die Atmung sehr erschwert) sind klare Alarmzeichen, bei denen Sie mit Ihrem Kind die Arztpraxis aufsuchen sollten.

» Lesen Sie hier das gesamte Interview mit Kinderarzt Emmanuel Nellen: Kind dauernd krank? Über Ursachen und Abhilfe

Fazit: Wie kann man Infekten bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen?

Infekten bei Kindern und Jugendlichen kann man mit einem gesunden Lebensstil, einem vollständigen Impfschutz und der Unterstützung der Atemwege durch Maßnahmen wie die Feuchtinhalation vorbeugen. Damit können Eltern aktiv dazu beitragen, die Infektanfälligkeit ihrer Kinder zu mindern.


Über Emmanuel Nellen

Emmanuel Nellen ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit eigener Praxis in Ostfildern. Nach einer Ausbildung zum medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten studierte er Medizin in Heidelberg-Mannheim und schloss 2006 mit dem Staatsexamen ab. Anschließend war er Assistenzarzt am Klinikum Stadt Hanau, am Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich und an den Kreiskliniken Reutlingen. Von 2014 bis 2016 arbeitete er als angestellter Kinderarzt in einer Praxis in Rechberghausen.


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Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keine Therapieempfehlung dar. Die Bedürfnisse von Patienten sind individuell sehr verschieden. Vorgestellte Therapieansätze sollen nur als Beispiele dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Hausarzt oder Facharzt abzusprechen.


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