Der Schleim muss aus der Lunge

Der Volksmund spricht von „Raucherlunge“ oder „Raucherhusten“. Das klingt zu harmlos, denn eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine schwerwiegende Lungenkrankheit, die fortschreitet und letztendlich zum vorzeitigen Tod führt. Typische Symptome sind neben der Atemnot vor allem Husten und Auswurf. Dr. Beate Krenek, Physio- und Atemtherapeutin, klärt über atemerleichternde Techniken und spezielle Geräte auf.

Regelmäßiges Training mit PEP-Geräten (positive expiratory pressure /positiver exspiratorischer Druck) senkt die Atemnot, trainiert die Atemmuskulatur und ermöglicht es, den Schleim besser abzutransportieren. Wie man diese verwendet, erlernt man am einfachsten bei spezialisierten Atemphysiotherapeuten. Diese geben umfangreiche Unterstützung, um die Atemtechnik und den Umgang mit PEP-Geräten zu erlernen.

Wenn es um das Thema Schleim und Sekretförderung geht, spielt das bei den COPD-Patienten eine besonders große Rolle. Dr. Beate Krenek, MSc, ist Physio- und Atemtherapeutin und Ärztin im Wiener Krankenhaus Hietzing. Dr. Krenek: „Aufgrund des Umbaus der Lunge bei der stetig fortschreitenden Erkrankung COPD ist es wichtig für den Patienten zu lernen, langfristig mit dem Sekret umzugehen.“

Die Geräte für Sekretförderung sind kleine Handgeräte, die der Arzt verordnet. Die Einschulung erfolgt beim Physiotherapeuten in der Praxis. Letztlich entscheidet der Arzt, welches Gerät der Patient bekommt.

Welches Gerät zur Sekretförderung ist für welchen Patienten geeignet?

Generell handelt es sich um PEP-Geräte. Dr. Krenek: „Diese sind besonders gut für Patienten, die instabile Atemwege haben – das ist klassisch der COPD-Patient. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, umso instabiler sind die Atemwege.“

Wenn ein Patient gegen einen vorgegebenen Widerstand ausatmet, dann werden seine Atemwege durch das PEP-Gerät für die Dauer der Ausatmung stabilisiert. Er kann einen Teil der Überblähung abatmen, weil er sekretlos wird. Andernfalls kollabieren die Atemwege und das Sekret bleibt in der Lunge. Gütekriterien für den Patienten sind eine einfache Handhabung und auch eine einfache Reinigung. Das Gerät sollte nach jedem Gebrauch gereinigt werden.

Zwei Gruppen bei PEP-Geräten

Bei den PEP-Geräten gibt es zwei Gruppen: kontinuierliche und oszillierende PEPs. Die kontinuierlichen Geräte stabilisieren beim Ausatmen für die gesamte Dauer der Ausatmung die Atemwege.

Dr. Krenek: „Bei den oszillierenden Geräten gibt es einen Mechanismus, der die Ausatmung immer wieder unterbricht – z.B. eine Kugel. Wenn Patienten ein zähes, wandständiges Sekret haben, werden durch die Schwingungen des PEPs die Atemwege vom Sekret befreit, es kann danach abgehustet werden.“

Patienten mit Wandinstabilität und kollabierenden Atemwegen – wie meist bei den COPD-Patienten – kommen üblicherweise mit den kontinuierlichen PEPs zurecht - mit unterschiedlichsten Mundstücken oder Masken. Diese Geräte haben auch die Möglichkeit einer Druckkontrolle.

Oszillierende PEPs haben keine Druckkontrolle. Zudem kann durch eine Schwingung auf die Atemwege ein mechanischer Reiz auf die Schleimhaut ausgelöst werden, der nicht immer günstig ist. Bei einem akuten Entzündungsprozess der Lunge oder einer akuten Blutung sollte unbedingt ein Facharzt aufgesucht werden.

Dr. Krenek: „Eigentlich ist man mit den kontinuierlichen PEPs auf der sicheren Seite, solange der Patient verstanden hat, dass es nicht darum geht, möglichst viel Druck aufzubauen. Es handelt sich um kein Trainingsgerät. Ziel ist es, die Atemwege offen zu halten, zu stabilisieren.“ Bei Vorerkrankungen wie unbehandeltem Pneumothorax oder sehr starken Bluthusten sollten PEP-Geräte nicht angewendet werden. Wenn Patienten ein sehr zähes Sekret haben, sollten oszillierende PEPs zum Einsatz kommen.

Wichtig ist auch, dass der Physiotherapeut oder Arzt einmal im Jahr sicherstellt, dass der Patient das Gerät richtig anwendet.

 

 

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Ein Beitrag der PARI-BLOG Redaktion.


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