Bei der Inhalation ist es äußerst wichtig, lange und entspannt einzuatmen. Kinder müssen diese bewusste Einatmung erlernen. Dabei kann das Staubsaugerspiel helfen.

Tief und entspannt einzuatmen sowie lange und ruhig auszuatmen, unterstützt Ihr Kind bei der Inhalationstherapie. Eine solche langsame, tiefe Atmung ist grundsätzlich wertvoll, nicht nur beim Inhalieren. Um eine tiefe, langsame und entspannte Einatmung mit Ihrem Kind zu üben, bietet sich das Staubsaugerspiel an.
Für das Spiel brauchen Sie allerdings kein Inhalationsgerät. Sie können das Spiel zum Beispiel tagsüber einbauen, wann immer es Ihnen und Ihrem Kind angenehm ist. Haben Sie einfach Spaß mit Ihrem Kind.
Eine tiefe und ruhige Atmung basiert grundsätzlich auf folgendem Ablauf:
Diese bewusste Atmung hilft, Stress zu reduzieren. Sie können sie jederzeit anwenden – ob in einer ruhigen Minute oder in herausfordernden Situationen des Familienalltags. Üben Sie diese Technik zum Beispiel gemeinsam mit Ihrem Kind.
Denn auch wenn eine langsame, entspannte Atmung für die Wirksamkeit der Inhalation mit Vernebler nicht zwingend erforderlich ist, kann sie das Inhalieren spürbar unterstützen. Durch ruhiges, tiefes Ein- und Ausatmen kann das Aerosol oft besser in die unteren Atemwege gelangen. Gleichzeitig kann Ihr Kind die Inhalation als wertvolle Gelegenheit nutzen, bewusstes und entspannendes Atmen zu üben.
Rita Kieselmann arbeitet seit vielen Jahrzehnten als Atemphysiotherapeutin mit Kindern, die an chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose leiden oder andere Lungenprobleme haben. Auf das Staubsaugerspiel greift sie in der Behandlung oft zurück, damit Kinder eine tiefe, entspannte Einatmung erlernen.
Auf dem PARI Blog finden Sie in der Reihe „Spielerisch inhalieren“ unterschiedliche Atmen- und Pustespiele, die wir mit Rita Kieselmann für Sie zusammengestellt haben. Die Spielidee „Staubsaugerspiel“ eignet sich zum Erlernen der richtigen Einatmung.
Das Spiel eignet sich für Kinder im Alter von circa vier bis acht Jahren.

Das benötigen Sie für das Staubsaugerspiel:
Spielen Sie das Staubersaugerspiel so oft und so lange, wie es Ihrem Kind Spaß macht!
Bevor Sie das Röhrchen zum ersten Mal benutzen, waschen Sie es ab und desinfizieren Sie es im Vaporisator oder kochen Sie es in einem Topf aus. Auch nach dem Spiel sollten Sie das Röhrchen säubern und desinfizieren.

Bei diesem Spiel saugt Ihr Kind mit dem Röhrchen Papierstücke durch tiefe Einatmung an und befördert diese in ein Behältnis – ähnlich wie Staubsauger also.
1. Stellen Sie das Behältnis (zum Beispiel Spielzeugkipplaster) auf einen Tisch, über den sich das Kind im Stehen einfach darüber beugen kann. Legen Sie das Röhrchen bereit.
2. Zerreißen Sie zusammen mit Ihrem Kind einige Papiertaschentücher in Stücke. Diese Stücke müssen größer sein als die Öffnung des Röhrchens.
3. Werfen Sie die zerrissenen Papiertaschentücher mit Ihrem Kind in die Luft, so dass es einen Taschentuchregen über dem Tisch gibt. Das macht richtig Spaß!

4. Nun muss natürlich wieder Ordnung hergestellt werden, und dafür ist Ihr Kind zuständig. Ihr Kind soll nun die Taschentücherstücke auflesen, indem es mit dem Röhrchen die Stücke durch tiefes Einatmen ansaugt. Dadurch haften die Stücke am Röhrchen.
5. Während Ihr Kind die Taschentücherstücke zu dem aufgestellten Behälter befördert, um diese dort hineinzusetzen, muss es die angesaugten Stücke am Röhrchen bis zum Ende der Einatmung behalten. Ansonsten segeln die Taschentücherstücke zu Boden. Sollte das passieren, saugt Ihr Kind das Stück erneut an und befördert es eben mit einem zweiten oder dritten Atemzug in den Behälter.

6. Die Taschentücherstücke sollten unterschiedlich weit vom Behältnis entfernt sein – allerdings nicht allzu weit, denn je größer die Entfernung, umso schwieriger ist die Aufgabe. Durch die unterschiedlichen Entfernungen merkt Ihr Kind schnell, dass es von Art und Länge der Einatmung abhängt, wie weit es das Taschenstuchstück befördern kann. Nur, wenn Ihr Kind langsam und lange einatmet, kann es das Taschentuch auch über weite Strecken zum Behälter bringen.
Das Spiel ist zu Ende, wenn alle Taschentücherstücke im Sammelbehälter sind oder Ihr Kind keine Lust mehr hat. Da das Spiel sehr anstrengend sein kann und wenn Ihr Kind eine Pause braucht, lassen Sie es kurz zur Ruhe kommen, bevor es weitergeht.
Rita Kieselmann arbeitet seit 1974 in der Physio- und Atemtherapie. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit chronischen Atemwegserkrankungen.
Rita Kieselmann ist Gründerin des Arbeitskreises Physiotherapie im Mukoviszidose e. V. Zudem entwickelte sie Selbsthilfetechniken zum Sekret-Transport – wie zum Beispiel die modifizierte autogene Drainage und Atemmanöver mit oszillierenden PEP-Systemen.
Auf dem Blog finden Sie noch mehr Spielideen und Tipps zum Thema „Richtig inhalieren“ mit Kindern:
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