Ideen, wie Sie Inhalation Ihres Kindes mit Spielen kombinieren können. Damit macht die Inhalation gleich mehr Spaß. Gleichzeitig lernt Ihr Kind eine tiefe, entspannte Atmung.

Das Kind muss mit einem Vernebler inhalieren, hat aber keine Lust. Es streikt oder inhaliert schlampig. Kennen Sie das? So geht es vielen Eltern. In unserer Serie „Mein Kind will nicht inhalieren“ stellen wir Ihnen Ideen vor, wie Sie Ihr Kind zur Inhalation motivieren können. Heute geht es um Inhalierspiele. Denn spielend geht alles einfacher und macht mehr Spaß. Warum sollte man also nicht auch die Inhalation etwas spielerisch gestalten?
Eine tiefe und ruhige Atmung basiert grundsätzlich auf folgendem Ablauf:
Diese bewusste Atmung hilft, Stress zu reduzieren. Sie können sie jederzeit anwenden – ob in einer ruhigen Minute oder in herausfordernden Situationen des Familienalltags. Üben Sie diese Technik zum Beispiel gemeinsam mit Ihrem Kind.
Denn auch wenn eine langsame, entspannte Atmung für die Wirksamkeit der Inhalation mit Vernebler nicht zwingend erforderlich ist, kann sie das Inhalieren spürbar unterstützen. Durch ruhiges, tiefes Ein- und Ausatmen kann das Aerosol oft besser in die unteren Atemwege gelangen. Gleichzeitig kann Ihr Kind die Inhalation als wertvolle Gelegenheit nutzen, bewusstes und entspannendes Atmen zu üben.
Mit Spielen können Kinder das Atemschema erlernen und verfestigen, so dass sie während der Inhalation automatisch entspannt atmen. Auch Atemphysiotherapeutin Rita Kieselmann setzt Spiele bei Ihrer Arbeit mit lungenkranken Kindern ein, die inhalieren müssen. Sie erläutert:
„Im Rahmen der Inhalationstherapie bietet es sich an, Atemzüge zu visualisieren bzw. grafisch als Bild darzustellen. Atmung zu verstehen und lernen diese zu steuern, fällt Kindern schwer. Durch die Zeichnungen erhalten Kinder ein plastisches Bild ihrer Atmung. Sie sehen, wie sie atmen, ob die Atemzüge gleich lang, ungleich oder zu kurz sind. Viele Spiele basieren auf der gleichen Grundidee: Die Kinder atmen, die Eltern zeichnen zu den Atemzügen des Kindes ein bestimmtes Bild. Das können Raupenbeine, Berge, Spiralen oder andere Dinge sein. Eltern können ihrer Fantasie hier freien Lauf lassen.“
Wir stellen Ihnen vier Inhalierspiele vor, die Sie zuhause einfach durchführen können. Für eine ausführliche Anleitung und Beschreibung klicken Sie einfach auf den Link beim entsprechenden Spiel.

Ihr Kind atmet tief ein und wieder aus. Sie zeichnen dazu Berge. Je tiefer die Atmung, umso höher zeichnen Sie den Berg. Mit der Zeit entsteht ein beeindruckendes Gebirge. Ihr Kind findet Schwimmbadrutschen interessanter? Dann lassen Sie mit der Einatmung Ihres Kindes den Stift spiralförmig eine Wendeltreppe nach oben kreiseln. Mit der Ausatmung rutscht der Stift wie auf einer langen Rutsche wieder nach unten. Wow! Da entsteht ein ganz schön verrückter Rutschenpark!
» Hier geht’s zur Anleitung für das Inhalierspiel „Gebirge oder Rutschen atmen“.

Bei diesem Spiel liegt der Fokus auf einer langen und dabei langsamen Einatmung. In die Ferne zu reisen, ist ein Abenteuer und macht Spaß. Wo soll es heute hingehen und welche Erlebnisse warten dort? Mit der Einatmung Ihres Kindes gehen Sie auf Reisen. Die Reise symbolisieren Sie, indem Sie parallel zur Einatmung einen Spielzeugzug auf dem Tisch entlang schieben. Je tiefer Ihr Kind einatmet, umso weiter geht die Reise. Auf dem Tisch können Sie dafür Symbole unterschiedlicher Reiseziele auslegen.
» In der ausführlichen Anleitung zum Spiel „Die Reise mit dem Atemzug“ finden Sie auch Symbole für Reiseziele zum Ausdrucken.

Bei diesem Spiel steht die Ausatmung im Mittelpunkt. Die Große Raupe Beinelang hat leider alle Beine verloren und ist deswegen sehr traurig. Mit jeder langen Ausatmung Ihres Kindes zeichnen Sie ein buntes, langes Bein an den Raupenkörper. Am Ende ist die Raupe wieder glücklich. Sie hat alle Beine zurückbekommen.
» Eine süße Raupen-Druckvorlage und eine Vorlesegeschichte finden Sie in der Beschreibung des Spiels „Die große Raupe Beinelang“.

Dieses Spiel setzt den Fokus auf die Einatmung. Sie brauchen dafür kein Inhalationsgerät, sondern ein Röhrchen. Mit diesem Röhrchen verwandelt sich Ihr Kind zu einem fleißigen Staubsauger, der für Ordnung sorgt. Denn zerrissene Papiertaschentücher sorgen für Chaos. Der Röhrchenstaubsauger saugt alle Stücke an und befördert diese zum Beispiel in einen Kipplaster.
» Wie das genau geht, erfahren Sie in der Spielanleitung des „Staubersaugerspiels“.
Rita Kieselmann arbeitet seit über 45 Jahren als Physio- und Atemtherapeutin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit chronischen Atemwegserkrankungen. Rita Kieselmann ist Gründerin des Arbeitskreises Physiotherapie im Mukoviszidose e. V. Zudem entwickelte sie Selbsthilfetechniken zum Sekret-Transport, wie zum Beispiel die modifizierte Autogene Drainage und Atemmanöver mit oszillierenden PEP-Systemen.
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