
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), medizinisch Rhinosinusitis genannt, entsteht häufig im Zusammenhang mit einem Schnupfen. Typisch sind eine verstopfte Nase, Nasensekret, Druck im Gesicht, Kopfschmerzen und manchmal ein eingeschränkter Geruchssinn.
Bei einer akuten Sinusitis stehen meist Linderung der Beschwerden, bessere Nasenatmung und Unterstützung des Sekretabflusses im Vordergrund. Wenn Beschwerden länger als 12 Wochen bestehen oder immer wiederkehren, sollte eine chronische oder wiederkehrende Rhinosinusitis ärztlich abgeklärt werden.
Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Zu den Nasennebenhöhlen gehören die Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Siebbeinzellen und Keilbeinhöhlen. Diese Hohlräume sind mit Schleimhaut ausgekleidet und über enge Verbindungsgänge mit der Nasenhöhle verbunden.
Da meist auch die Nasenschleimhaut entzündet ist, sprechen Fachleute häufig von Rhinosinusitis. Der Begriff beschreibt, dass Nase und Nasennebenhöhlen funktionell zusammenhängen und bei Beschwerden oft gemeinsam betroffen sind.
Eine akute Sinusitis beginnt häufig mit einem Infekt der oberen Atemwege. Die Schleimhaut schwillt an, Sekret wird zäher oder kann schlechter abfließen. Dadurch können Druckgefühl, Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase entstehen.
Typisch ist, dass die Beschwerden stärker werden, länger anhalten oder sich nach einer anfänglichen Besserung erneut verschlechtern. In solchen Fällen ist ärztlicher Rat sinnvoll, besonders wenn Fieber, starke Schmerzen oder einseitige Beschwerden hinzukommen.
Eine akute Sinusitis beginnt plötzlich und dauert weniger als 12 Wochen. Sie entsteht meist im Zusammenhang mit einem viralen Infekt. Viele akute Verläufe sind selbstlimitierend, d.h., dass sie auch ohne Behandlung von allein ausheilen.
Die Behandlung richtet sich vor allem nach den Beschwerden. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Nasenatmung zu verbessern und den Sekretabfluss zu unterstützen.
Eine chronische Sinusitis liegt vor, wenn Beschwerden länger als 12 Wochen bestehen. Typisch sind eine verstopfte Nase, Nasensekret oder Schleimfluss in den Rachen, Gesichtsdruck, Geruchsminderung, Müdigkeit und Schlafprobleme.
Bei chronischer Rhinosinusitis geht es meist um langfristige Krankheitskontrolle. Mögliche Einflussfaktoren sind Nasenpolypen, Allergien, Asthma, Schleimhautveränderungen, anatomische Besonderheiten oder andere Begleiterkrankungen.
Mehr zu Diagnose, Langzeittherapie, Nasenpolypen, Operation und sinusgerichteter Verneblung erfahren Sie im Ratgeber „Chronische Sinusitis“.
Wiederkehrend bedeutet nicht automatisch chronisch. Wenn mehrere akute Episoden pro Jahr auftreten und die Beschwerden dazwischen vollständig abklingen, spricht man von wiederkehrender akuter Rhinosinusitis.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Einfluss auf Diagnostik und Behandlung haben kann.
Typische Anzeichen sind:
Gesichtsschmerz allein ist nicht immer ein Zeichen für Sinusitis. Wenn Schmerzen ohne verstopfte Nase, Sekret oder Geruchsminderung auftreten, können auch Migräne, Zahnerkrankungen, Nervenschmerzen oder andere Ursachen infrage kommen.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) können unterschiedliche Nebenhöhlen betroffen sein. Die Lokalisation der Entzündung beeinflusst die Beschwerden – nicht jedoch die Entscheidung für eine geeignete Therapieform. Die wichtigsten Formen im Überblick:
Die Kieferhöhlen liegen links und rechts neben der Nase unterhalb der Augenhöhlen. Eine Entzündung dieser Nebenhöhlen verursacht oft Schmerzen im Bereich der Wangenknochen. Häufig treten auch Zahnschmerzen im Oberkiefer auf, da dort verlaufende Nerven gereizt werden können – die Ursache wird dann unter Umständen fälschlich an den Zähnen vermutet.
Die Stirnhöhlen sind Hohlräume oberhalb der Augen. Typisch sind drückende oder pochende Kopfschmerzen im Stirnbereich, die sich beim Vorbeugen verstärken. Da sich die Stirnhöhlen erst im Jugendalter vollständig entwickeln, tritt diese Form bei Kindern nur selten auf.
Die Siebbeinzellen liegen zwischen Nase und Augen. Sie sind bereits bei Kleinkindern ausgebildet – deshalb ist diese Form der Sinusitis im Kindesalter vergleichsweise häufig. Beschwerden können sich als Druckgefühl zwischen den Augen äußern. In schweren Fällen, insbesondere bei Kindern, können auch geschwollene Augenlider auftreten.
Die Keilbeinhöhlen liegen tief im Schädel hinter den Siebbeinzellen. Eine Entzündung bleibt oft lange unbemerkt, da die Symptome uncharakteristisch sind. Möglich sind unspezifische Kopfschmerzen im Hinterkopf oder im Bereich hinter den Augen. Eine sichere Diagnose gelingt meist nur bildgebend (CT oder MRT).
Bei einer Pansinusitis sind alle Nasennebenhöhlen gleichzeitig entzündet. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und geht häufig mit besonders ausgeprägten Beschwerden einher: Gesichts- und Kopfschmerzen, stark behinderte Nasenatmung und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind typisch. Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Verlauf – bei chronischer Pansinusitis kann eine langfristige medizinische Betreuung erforderlich sein.
Bei Kindern kann sich eine Rhinosinusitis anders äußern als bei Erwachsenen. Neben verstopfter Nase oder Nasensekret kann Husten ein wichtiges Symptom sein, auch tagsüber und nachts.
Geschwollene Augenlider, starke Schmerzen, hohes Fieber, Sehstörungen oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand sollten bei Kindern sofort ärztlich abgeklärt werden.
Während der Schwangerschaft treten besonders häufig Schwellungen an der Schleimhaut der Nase, sowie vermehrte Schleimbildung auf. In der Medizin spricht man deshalb häufig von Schwangerschaftsrhinitis. Da es einen direkten Zusammenhang zwischen Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen gibt, kann es auch in allen Phasen der Schwangerschaft gehäuft zu entzündeten Nasennebenhöhlen kommen. Die gute Nachricht: meist verschwinden die Symptome nach der Geburt bald wieder. Allerdings haben viele Schwangere ohnehin schon mit weniger erholsamen Schlaf und vermehrter Kurzatmigkeit zu kämpfen.
Die genauen Ursachen für die Schwangerschaftsrhinitis sind bis heute nicht abschließend geklärt. In Verdacht standen bereits hormonelle Einflüsse, wie z. B. Östrogen und Progesteron aber auch Risikofaktoren, wie z. B. Allergien oder anatomische Besonderheiten der Nase.
Es ist wichtig, mit Ärztin oder Arzt über geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen. Das gilt besonders bei starken, anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden. Gerade in der Schwangerschaft sollten Medikamente und auch frei erhältliche Mittel nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke angewendet werden. So kann eine effektive und zugleich möglichst risikoarme Therapie für Mutter und ungeborenes Kind gefunden werden.
Natürliche Maßnahmen ohne systemische Nebenwirkungen sind:
Eine unkomplizierte akute Sinusitis wird meist anhand der Beschwerden und der ärztlichen Untersuchung beurteilt. Bildgebung ist dabei in der Regel nicht routinemäßig notwendig.
Bei chronischen, unklaren, einseitigen oder wiederkehrenden Beschwerden kann eine HNO-ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Dabei können Nasenendoskopie, Allergiediagnostik oder bei Bedarf eine CT-Untersuchung eingesetzt werden.
Ein CT ist besonders dann relevant, wenn chronische Beschwerden objektiv bestätigt werden sollen, Komplikationen vermutet werden oder eine Operation geplant wird.
Die Behandlung richtet sich danach, ob die Beschwerden akut, chronisch oder wiederkehrend sind.
Bei akuter Sinusitis stehen häufig symptomatische Maßnahmen im Vordergrund. Dazu gehören Ruhe, ausreichende Flüssigkeit, Schmerzmittel nach individueller Eignung und kurzfristig abschwellende Nasensprays, wenn sie medizinisch geeignet sind.
Antibiotika sind nicht routinemäßig sinnvoll. Sie kommen nur infrage, wenn Hinweise auf eine bakterielle Ursache oder einen schwereren Verlauf bestehen, etwa hohes Fieber, starke einseitige Schmerzen, deutliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung oder auffällige Entzündungswerte.
Bei chronischer Rhinosinusitis gehören Kochsalzspülungen und intranasale Kortikosteroide häufig zu den lokalen Basismaßnahmen. Wichtig sind regelmäßige Anwendung, richtige Technik und ausreichende Behandlungsdauer.
Zusätzlich sollten mögliche Begleiterkrankungen wie Asthma, Allergien, Nasenpolypen oder andere Faktoren ärztlich abgeklärt werden.
Kochsalzspülungen können helfen, Schleim zu lösen, die Schleimhaut zu befeuchten, Krusten zu entfernen und die Nasenhygiene zu verbessern. Sie sind eine mechanisch unterstützende Maßnahme.
Eine Nasendusche ersetzt keine ärztliche Abklärung und keine entzündungshemmende Therapie, wenn diese erforderlich ist.
Dampfinhalation wird häufig als Hausmittel eingesetzt. Die Evidenz für einen Nutzen bei Erkältung oder Rhinosinusitis ist begrenzt. Außerdem sollte Dampfinhalation nicht mit medizinischer Verneblertherapie verwechselt werden.
Konventionelle Nasensprays erreichen die Nasennebenhöhlen nur begrenzt. Sinusgerichtete Verneblersysteme sind darauf ausgelegt, lokale Therapie besser in Richtung schlecht belüfteter Nebenhöhlen zu bringen.
Sie sind keine alleinige Behandlungsklasse, können aber innerhalb eines ärztlich abgestimmten Behandlungspfads eine Option sein – abhängig von Erkrankungsform, Gerät, Lösung oder Wirkstoff und Anwendung.
Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber „Inhalieren bei Sinusitis“.
Die Inhalation ist auch bei Nasennebenhöhlenentzündung eine geeignete Lokaltherapie. Auch hier kommt es jedoch darauf an, dass ärztlich verordnete Wirkstoffe oder Salzlösungen die Nebenhöhlen erreichen können. In unserem Ratgeber: Inhalieren bei Sinusitis erfahren Sie, worauf es bei der Geräteauswahl ankommt und wie Sie das Gerät richtig anwenden.
Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden stark sind, länger anhalten, häufig wiederkehren oder sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern.
Sofort medizinisch abklären lassen sollten Sie:
Eine Sinusitis kann akut auftreten, chronisch verlaufen oder wiederholt zurückkehren. Akute Beschwerden entstehen häufig im Zusammenhang mit viralen Infekten und heilen oft wieder ab. Chronische Beschwerden bestehen länger als 12 Wochen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wichtig sind eine sichere Einordnung, passende lokale Maßnahmen, zurückhaltender Einsatz von Antibiotika und klare Warnzeichen. Bei chronischer Sinusitis stehen langfristige Krankheitskontrolle, richtige Anwendung lokaler Therapien und die Abklärung von Begleiterkrankungen im Vordergrund.
Die Entzündung selbst ist nicht direkt ansteckend. Wenn die Beschwerden durch Viren ausgelöst werden, können diese Viren jedoch übertragen werden. Ob daraus eine Sinusitis entsteht, hängt von individuellen Faktoren ab.
Eine akute Sinusitis dauert weniger als 12 Wochen und bessert sich häufig deutlich früher. Bestehen Beschwerden länger als 12 Wochen, spricht man von chronischer Rhinosinusitis.
Antibiotika helfen nur bei bakterieller Ursache oder entsprechendem Verdacht. Bei viralen Infekten sind sie wirkungslos und unnötige Gaben können zur Resistenzbildung beitragen. Die Entscheidung sollte ärztlich getroffen werden.
Von chronischer Sinusitis spricht man, wenn Beschwerden länger als 12 Wochen bestehen. Chronische Verläufe sollten ärztlich abgeklärt werden.
Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keine Therapieempfehlung dar. Die Bedürfnisse von Patienten sind individuell sehr verschieden. Vorgestellte Therapieansätze sollen nur als Beispiele dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Hausarzt oder Facharzt abzusprechen.
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