
Inhalieren kann bei Sinusitis dazu beitragen zähen Schleim in den Nebenhöhlen gezielt zu verflüssigen und die Schleimhäute zu befeuchten. Dampfinhalation mit heißem Wasser, herkömmliche Aerosolinhalation und gezielte Verneblung in die Nasennebenhöhlen unterscheiden sich deutlich.
Bei Nasennebenhöhlenentzündung ist die zentrale Frage, ob Salzlösungen oder ärztlich verordnete Wirkstoffe die betroffenen Bereiche überhaupt ausreichend erreichen. Die Nasennebenhöhlen sind über enge Verbindungsgänge mit der Nasenhöhle verbunden. Schwellung, Schleim, Polypen oder enge Ostien können den Zugang erschweren.
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen. Sie sind über enge Verbindungsgänge, die Ostien, mit der Nasenhöhle verbunden.
Bei Sinusitis können die Schleimhäute anschwellen und Sekret kann sich stauen. Dadurch werden Belüftung und Sekretabfluss erschwert. Gleichzeitig wird es schwieriger, lokale Therapien in die betroffenen Bereiche zu bringen.
Das ist besonders bei chronischer Rhinosinusitis relevant. Entzündliche Schleimhautschwellungen, Nasenpolypen, enge Verbindungsgänge oder anatomische Besonderheiten wie vergrößerte Nasenmuscheln oder eine ausgeprägte Krümmung der Nasenscheidewand können Belüftung, Sekretabfluss und die lokale Erreichbarkeit der Nasennebenhöhlen zusätzlich erschweren.
Dampfinhalation mit heißem Wasser wird häufig als Hausmittel eingesetzt. Die Evidenz für einen Nutzen bei Erkältung oder Rhinosinusitis ist begrenzt. Außerdem erreicht Wasserdampf die Nasennebenhöhlen nicht gezielt.
Dampfinhalation sollte deshalb nicht mit medizinischer Verneblertherapie verwechselt werden.
Nasensprays sind einfach anzuwenden und können bei bestimmten Beschwerden hilfreich sein. Abschwellende Nasensprays können kurzfristig die Nasenatmung erleichtern. Kortisonhaltige Nasensprays gehören z. B. bei chronischer Rhinosinusitis mit Polypen zu den wichtigen lokalen Behandlungsoptionen.
Allerdings deponieren konventionelle Nasensprays überwiegend in der vorderen Nasenhöhle. Die Nasennebenhöhlen werden nur begrenzt erreicht.
Kochsalzspülungen mit einer Nasendusche können mechanisch unterstützen. Sie helfen, Schleim zu lösen, die Schleimhaut zu befeuchten, Krusten zu entfernen und die Nasenhygiene zu verbessern.
Eine Nasendusche ist jedoch keine gezielte Wirkstofftherapie der Nebenhöhlen. Sie kann die lokale Behandlung ergänzen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung oder entzündungshemmende Therapie, wenn diese erforderlich ist.
Sinusgerichtete Verneblersysteme (wie z. B. PARI SINUS2) erzeugen ein besonders feines, pulsierendes Aerosol, das für die Anwendung im Bereich von Nase und Nasennebenhöhlen ausgelegt ist. Die Pulsation ist hierbei der Schlüssel, um die kaum ventilierten Nasennebenhöhlen mit den feinen Aerosolteilchen zu erreichen.
Inhalieren mit einem speziellen Sinus-Vernebler kann besonders sinnvoll sein bei chronischen und wiederkehrenden Beschwerden, wenn andere Therapieformen bislang nicht ausreichend gewirkt haben.
Mögliche Situationen sind:
Bei akuter Sinusitis stehen meist symptomatische Maßnahmen im Vordergrund. Viele Verläufe entstehen im Zusammenhang mit viralen Infekten und bessern sich wieder.
Inhalation mit einem geeigneten Vernebler kann bei akuten Beschwerden als unterstützende lokale Maßnahme empfunden werden. Sie ersetzt jedoch keine ärztliche Abklärung, wenn Beschwerden stark sind, länger anhalten, sich nach anfänglicher Besserung verschlechtern oder Warnzeichen auftreten.
Bei chronischer Rhinosinusitis steht langfristige Krankheitskontrolle im Vordergrund. Zu den lokalen Basismaßnahmen gehören häufig Kochsalzspülungen und kortisonhaltige Nasensprays.
Sinusgerichtete Verneblung kann ergänzend eine Rolle spielen, wenn Wirkstoffe besser in Richtung der Nasennebenhöhlen gebracht werden sollen. Das gilt besonders dann, wenn mehrere Therapieoptionen versucht wurden und Beschwerden trotzdem weiter bestehen.
Hypertone Kochsalzlösung entzieht durch ihren osmotischen Effekt Wasser aus den Schleimhautzellen: Die Schwellung kann dadurch zurückgehen, der Schleim wird dünnflüssiger und kann leichter abfließen.
Isotone Salzlösungen können die Schleimhäute befeuchten und so deren natürlichen Selbstreinigungsmechanismus unterstützen.
Salzlösungen können ausschließlich mit einem geeigneten Vernebler inhaliert werden. Die Salzinhalation über heißen Wasserdampf ist ein Mythos, denn: Salz hat eine wesentlich höhere Siedetemperatur als Wasser. Die Folge: Es werden nur Wasserpartikel inhaliert, das Salz bleibt im Kochtopf zurück.
Bei bestimmten Verläufen können ärztlich verordnete Wirkstoffe lokal angewendet werden. Welche Wirkstoffklasse infrage kommt, sollte medizinisch entschieden werden.
Wichtig ist: Nicht jede Lösung ist für jedes Gerät oder jede Anwendung geeignet. Verwenden Sie nur Präparate, die für die jeweilige Anwendung vorgesehen sind, und beachten Sie die Gebrauchsanweisung.
Dampfinhalation mit Verneblertherapie verwechseln
Dampfinhalation mit heißem Wasser ist keine sinusgerichtete medizinische Verneblertherapie. Beide Verfahren unterscheiden sich deutlich.
Ungeeignete Lösungen verwenden
Nicht jede Flüssigkeit ist für jedes Gerät oder jede Anwendung geeignet. Verwenden Sie nur Inhalationslösungen, die für die Verneblung freigegeben sind.
Therapie zu früh abbrechen
Lokale Therapien bei chronischer Rhinosinusitis brauchen häufig Regelmäßigkeit und Zeit. Ein zu früher Abbruch kann den Eindruck erwecken, dass eine Therapie nicht wirkt.
Für die gezielte Inhalation bei Sinusitis wird die Anwendung einer hypertonen Kochsalzlösung (z. B. 3 % NaCl) empfohlen. Sie entzieht den Schleimhäuten Wasser (osmotischer Effekt), verflüssigt zähes Sekret und erleichtert so den Abtransport aus den Nebenhöhlen.
Kombinierte Lösungen mit Ectoin – wie PARI MucoClear Protect– bieten zusätzlich eine entzündungsreduzierende Wirkung, wie sie in klinischen Studien belegt wurde [1]. Ectoin stabilisiert Zellmembranen und schützt die Schleimhäute vor weiteren Reizungen.
Zur täglichen Befeuchtung – etwa bei trockener Raumluft oder im Anschluss an die Akutphase – eignet sich eine isotone Kochsalzlösung mit Ectoin, wie PARI Protect Inhalationslösung.
Inhalieren bei Sinusitis kann sinnvoll sein, wenn es richtig eingesetzt wird. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Dampfinhalation, Nasenspray, Nasendusche und sinusgerichteter Verneblertherapie.
Insbesondere bei chronischer Rhinosinusitis ist die Erreichbarkeit der Nasennebenhöhlen ein wichtiger Punkt. Spezielle Vernebler-Systeme zur Behandlung der Sinusitis erzeugen ein feines, pulsierendes Aerosol. Dadurch kann eine gezielte Inhalationstherapie mit hypertoner Kochsalzlösung die Schleimlösung in den Nasennebenhöhlen unterstützen oder mit isotoner Kochsalzlösung die Schleimhäute gezielt befeuchten.
Die Evidenz für Dampfinhalation bei Erkältung oder Rhinosinusitis ist begrenzt. Dampfinhalation erreicht die Nasennebenhöhlen nicht gezielt und sollte nicht mit medizinischer Verneblertherapie verwechselt werden.
Eine Nasendusche spült die Nasenhöhle mechanisch mit Flüssigkeit. Ein Vernebler erzeugt ein Aerosol. Sinusgerichtete Vernebler sind darauf ausgelegt, lokale Therapie besser in Richtung Nasennebenhöhlen zu bringen.
Nein. Inhalation ersetzt nicht automatisch ein kortisonhaltiges Nasenspray oder eine andere ärztlich empfohlene Therapie. Sie kann je nach Situation ergänzend oder zur Optimierung lokaler Therapie eingesetzt werden.
[1] Little P et al. (2016). “Effectiveness of steam inhalation and nasal irrigation for chronic or recurrent sinus symptoms in primary care: a pragmatic randomized controlled trial.” CMAJ. 188 (13): 940–949. doi:10.1503/cmaj.160362.
[2] Scarborough, A., Scarborough, O., Abdi, H., & Atkins, J. (2020). Steam inhalation: More harm than good? Perspective from a UK burns centre. Burns, 46(8), 1891–1892.
[3] Lonie S et al. (2016). “Steam vaporizers: A danger for paediatric burns.” Burns. 42 (8): 1850–1853. doi:10.1016/j.burns.2016.05.009.
[4] Möller W, Schuschnig U, Bartenstein P, Meyer G, Häussinger K, Schmid O, Becker S (2014). "Drug delivery to paranasal sinuses using pulsating aerosols". Journal of Aerosol Medicine and Pulmonary Drug Delivery. 27 (4): 255–263. doi: 10.1089/jamp.2013.1071.
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Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keine Therapieempfehlung dar. Die Bedürfnisse von Patienten sind individuell sehr verschieden. Vorgestellte Therapieansätze sollen nur als Beispiele dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Hausarzt oder Facharzt abzusprechen.