Long Covid Syndrom: Symptome der Lunge und Behandlung

Long Covid Syndrom – wozu kann man Betroffenen raten?

Mehr als ein Jahr ist seit Bekanntwerden des ersten Corona (Sars-CoV-2) Falles vergangen. Was wir bisher wissen: viele Infektionen verlaufen mild, selten führen sie zu besonders schweren Verläufen. Unabhängig von der Schwere des Verlaufs gilt: Wer genesen ist, ist nicht unbedingt gesund [1, 2, 3]. Einige Betroffene haben auch Monate nach Genesung noch mit Spätfolgen zu kämpfen.

Für dieses Phänomen hat sich der Begriff Long Covid eingebürgert und es stellt Forscher, niedergelassene Ärzte und Betroffene weiterhin vor weitreichende Herausforderungen. Hier lesen Sie mehr zu Long Covid Symptome der Atemwege. Außerdem erfahren Sie, zu welchen bewährten Therapieoptionen auch bei Long Covid geraten werden kann.
 

Was ist das Long Covid / Post-Covid Syndrom?

Zahlreiche Forscher haben sich in den letzten Monaten mit diesem Phänomen beschäftigt. Gemeinhin wird von „Long Covid“ gesprochen, wenn Patienten Wochen bis Monate nach der Infektion mit SARS-CoV-2 noch Symptome aufweisen. Diese Patienten werden auch als „long hauler“ bezeichnet – Betroffene also, die etwas „lange mit sich herumschleppen“.

Die Zeitfenster sind nicht exakt definiert. Manche sprechen nach 3 Wochen von einer „postakuten“ Phase, jenseits von 12 Wochen von „chronic-Covid-19“-Syndrom (CCS). Kliniker benutzen immer öfter den Ausdruck „Post-Covid-Syndrom“ und sprechen daher auch von „Post-Covid-Ambulanzen“. Doch „Long Covid“ hat sich als eine Bezeichnung für jene, die nach der eigentlichen Krankheit immer noch Symptome aufweisen, vor allem im Internet und unter Laien weithin durchgesetzt [4].
 

Wie häufig ist das Long Covid Syndrom und was sind die Symptome?

Inzwischen liegen viele Beobachtungsstudien vor, die bestätigen: Nicht alle genesenen Covid-19-Patienten sind wirklich gesund. Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Metaanalyse von 15 Studien (eingeschlossen wurden nur Studien mit mehr als 100 Patienten) zeigen, dass schätzungsweise 80% der mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten ein oder mehrere Langzeitsymptome entwickelten.[5]

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei einer weiteren Studie: Hier wurden 2113 Personen befragt. Ein Teil stammte aus zwei Facebook-Gruppen für Coronavirus-Patienten mit anhaltenden Beschwerden in den Niederlanden und Belgien. Der andere Teil aus einem Panel von Personen, die sich auf einer Website der Lung Foundation Netherlands registriert hatten. Sie wurden hinsichtlich des Vorhandenseins von 29 Symptomen zum Zeitpunkt des Auftretens der Symptome (retrospektiv) und bei der Nachuntersuchung (mittel±SD 79±17 Tage nach Auftreten der Symptome) beurteilt.

Die Autoren stellten fest, dass bei zuvor hospitalisierten und nicht-hospitalisierten Patienten mit bestätigtem oder vermutetem Covid-19 etwa 3 Monate nach Symptombeginn multiple Symptome auftreten. Dies deutet auf das Vorhandensein eines "Post-Covid-19-Syndroms" hin und verdeutlicht den ungedeckten Bedarf an medizinischer Nachversorgung von Patienten mit "leichter" oder "schwerer" Covid-19 [6]. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Atemnot gehörtenzu den häufigsten Langzeitfolgen. Ein Engegefühl in der Brust und Husten traten ebenfalls häufig auf. Beachtenswert ist auch, dass 18% der Long Covid Patienten auch nach 79 Tagen immer noch über Schleim in der Lunge berichteten (siehe Grafik 1).
 

Diagramm – Schleim in der Lunge

Die Therapie von Atemwegsproblemen beim Long Covid Syndrom ist höchst relevant

Die Ergebnisse der oben genannten Studien machen deutlich, dass ein erheblicher Teil der Patienten nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion, an längerfristigen Problemen der Atemwege zu leiden hat [5, 6]. Bedenkt man, dass es in Deutschland mittlerweile über 2,3 Millionen bestätigte Covid-19 Fälle gibt, dann ist von einer beträchtlichen Anzahl an Long Covid Patienten mit länger anhaltenden Problemen der Lunge auszugehen.

Prof. Rohde, Leiter der Post Covid Station, Pneumologie und Allergologie der Universitätsklinik Frankfurt, berichtete ebenfalls, von Long Covid Patienten mit hyperreagiblem Bronchialsystem und Atemnot: „Hier zeigen sich drei unterschiedliche Muster. Eines ist die sogenannte Überempfindlichkeit der Atemwege. Das heißt, dass man relativ schnell bei bestimmten Stimuli Hustenbeschwerden bekommt, zum Beispiel bei kalter Luft oder auch bei Anstrengung. […]. Die zweite Richtung ist, dass die Patienten eine richtige Belastungsluftnot entwickeln. Das heißt, dass sie nicht nur müde und abgeschlagen sind, sondern wirklich schneller außer Atem kommen. Was häufig damit zu tun hat, dass es hier zu strukturellen Veränderungen des Lungengewebes gekommen ist [...].“ [7]. Ein Teil dieser Long Covid Patienten ist bereits in Behandlung. Ein anderer Teil wird sich in naher Zukunft bei ihrem Hausarzt vorstellen oder sich selbst fragen, was sie gegen die langanhaltenden Probleme der Atemwege tun können.
 

Inhalation von Salzlösung kann Long Covid Symptome der Atemwege lindern

Die gute Nachricht ist, dass sich Husten und bronchiale Hyperreagibilität gut durch die Inhalation von Kochsalzlösung mittels einem geeigneten Inhalationsgerät und Vernebler behandeln lassen. Auch im Rahmen von Long Covid kann produktiver Husten (mit Schleim/Sekret) oder trockener Husten (ohne Schleim/Sekret) auftreten. Während beim trockenen Husten auf die Befeuchtung mit isotoner Kochsalzlösung (Salzgehalt 0,9 %) gesetzt werden sollte, ist bei produktivem Husten eine hypertone Salzlösung (Salzgehalt 3-7%) zur Schleimlösung empfehlenswert [8]. Es spricht nichts dagegen das im Rahmen von Long Covid ähnlich zu handhaben.
 

So wird Salzlösung richtig inhaliert

Kochsalzlösungen können mit einem Düsen- oder Membranvernebler inhaliert werden. Entscheidend für eine wirkungsvolle Inhalation ist die Menge an lungengängigen Teilchen (≤ 5 µm), die das Inhalationsgerät produziert. Je höher der Anteil an Teilchen unter 5 µm, desto besser die Deposition in der Lunge. Die Deposition in der Lunge ist auch bei Long Covid entscheidend

Zudem kommt es aber auch darauf an wie viel lungengängige Teilchen je Zeiteinheit produziert werden. Ein Wert, der sowohl den Anteil an lungengängigen Teilchen, als auch die Aerosolmenge pro Minute im Blick hat ist die „Respirable Drug Delivery Rate“ (RDDR). Je höher die RDDR, umso effizienter das Gerät. Je effizienter das Gerät, desto kürzer ist in der Regel die Inhalationszeit und umso höher dürfte die Akzeptanz beim Anwender sein. Die RDDR ist somit ein wichtiges Qualitätsmerkmal für die Auswahl eines geeigneten Inhalationsgerätes.

PEP-Therapie - ein wichtiger Baustein bei Long Covid

Beim Management von Covid-19 Patienten kann die regelmäßig angewendete PEP-Therapie (Positive Expiratory Pressure) einen wertvollen Beitrag liefern. Diese Technik dient zur Reinigung der Atemwege, um damit die Beschwerden zu reduzieren und eine Verschlimmerung der Symptome möglicherweise einzudämmen [9, 10]. Auch Patienten mit „Long Covid“ Symptomen, die mit Atemwegsproblemen (Verschleimung der Atemwege) einhergehen, können davon profitieren.

Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien in Moers und ärztlicher Berater des Gesundheitsministeriums im Rahmen der Covid-19-Pandemie äußert sich zur PEP-Therapie folgendermaßen: „Insbesondere die PEP-Atmung war ein wichtiger Bestandteil des Managements der Covid-19-Infektion. Ähnlich wie die Nutzung von CPAP hilft die aktive Nutzung eines PEP-Systems, um den Gasaustausch zu verbessern, Mikroatelektasen zu vermeiden oder wiederzueröffnen und hilft bei der Sekretmobilisierung, um die Sekretolyse zu fördern“ (https://www.pari.com/de/aerzteportal/news/covid-19-therapie-aus-sicht-eines-aerosol-experten/).

Mit dem PARI PEP S System kann die PEP Therapie auch mit der Inhalationstherapie kombiniert werden. Bei Long Covid mit Kurzatmigkeit und Husten (produktiv oder trocken) kann diese Kombination sinnvoll sein. PEP und Inhalationstherapie zu kombinieren spart Zeit, was die Akzeptanz bei Anwendern deutlich steigern kann.

Unsere Empfehlung für Long Covid Patienten

Der PARI BOY Pro ist ein leistungsstarkes Inhalationsgerät mit einer überdurchschnittlich hohen Effizienz (gemessen an der RDDR). Zusätzlich zu seiner umfangreichen Ausstattung, enthält er das PARI PEP S System. Der Patient hat so alles was er braucht in einem Paket. So ist eine zeitsparende Kombination von Inhalation und PEP-Therapie möglich.

Der PARI BOY Pro ist verordnungsfähig, ggf. ist eine Aufzahlung zu leisten. Der PARI BOY Pro ist in der Apotheke vor Ort oder online erhältlich.

Die empfohlene Inhalationslösung richtet sich nach der Art des Hustens:

Wie oben beschrieben ist eine isotone Kochsalzlösung (0,9 %) gut zur Befeuchtung geeignet und wird so bei trockenem Husten und Überempfindlichkeit (bronchiale Hyperreagibilität empfohlen). Eine hypertone Salzlösung (3-7 %) eignet sich aufgrund der Schleimlösung bei produktivem Husten (mit Schleim). 

Als besonders wertvoll ist zudem der Naturstoff Ectoin zu sehen. Ectoin ist ein natür­li­ches Zell­schutz­mo­le­kül, das aus hoch­an­ge­pass­ten Mikro­or­ga­nis­men stammt, die in Salz­se­en und Wüs­ten leben. Das Beson­de­re: Durch sei­ne was­ser­bin­den­den Eigen­schaf­ten bil­det es den Ectoin-Hydro­­­kom­­plex, der Zell-Membranen und Lipid-Schichten stabilisiert. 

Durch die Inhalation gelangt Ectoin direkt in die Atemwege und bildet dort einen Schutzfilm. Zudem besitzt Ectoin entzündungsreduzierende Eigenschaften.

PARI ProtECT Inhalationslösung

Bei trockenem Husten und hyperreagiblem (empfindlichen) Bronchialsystem z. B. im Rahmen von Long Covid:

PARI ProtECT Inhalationslösung. Kombinierte Wirkung durch natürliches Ectoin und isotone Kochsalzlösung (0,9 % NaCl): Pflegt und beruhigt die angegriffenen Atemwege.
 

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MucoClear Protect Inhalationslösung

Bei produktivem Husten (mit Schleim / Sekret) z. B. im Rahmen von Long Covid:
 

3 % MucoClear Protect Inhalationslösung kombiniert die Schleimlösung einer hypertonen Salzlösung mit den entzündungsreduzierenden und schützenden Eigenschaften des Ectoins.

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Beide Salzlösungen sind in der Apotheke vor Ort oder Online erhältlich.
 


Referenzen

1. Greenhalgh T, Knight M, A’Court C, Buxton M, Husain L. Management of post-acute covid-19 in primary care. :8.
2. Townsend L, Dowds J, O’Brien K, Sheill G, Dyer AH, O’Kelly B, u. a. Persistent Poor Health Post-COVID-19 Is Not Associated with Respiratory Complications or Initial Disease Severity. Ann Am Thorac Soc. 8. Januar 2021;AnnalsATS.202009-1175OC.
3. Davis HE, Assaf GS, McCorkell L, Wei H, Low RJ, Re’em Y, u. a. Characterizing Long COVID in an International Cohort: 7 Months of Symptoms and Their Impact [Internet]. Infectious Diseases (except HIV/AIDS); 2020 Dez [zitiert 12. Februar 2021]. Verfügbar unter: http://medrxiv.org/lookup/doi/10.1101/2020.12.24.20248802
4. Mahase E. Covid-19: What do we know about “long covid”? BMJ. 14. Juli 2020;m2815.
5. Lopez-Leon S, Wegman-Ostrosky T, Perelman C, Sepulveda R, Rebolledo PA, Cuapio A, u. a. More than 50 Long-term effects of COVID-19: a systematic review and meta-analysis. :22.
6. Goërtz YMJ, Van Herck M, Delbressine JM, Vaes AW, Meys R, Machado FVC, u. a. Persistent symptoms 3 months after a SARS-CoV-2 infection: the post-COVID-19 syndrome? ERJ Open Res. Oktober 2020;6(4):00542–2020.
7. Folge 67 des NDR-Corona Updates (Drosten / Ciesek, Minute 5:30 https://www.ndr.de/nachrichten/info/67-Coronavirus-Update-Der-lange-Schatten-des-Virus,podcastcoronavirus268.html
8. Kardos P, Dinh Q, Fuchs K-H, Gillissen A, Klimek L, Koehler M, u. a. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. Pneumologie. März 2019;73(03):143–80.
9. Thomas P, Baldwin C, Bissett B, Boden I, Gosselink R, Granger CL, u. a. Physiotherapy management for COVID-19 in the acute hospital setting. Recommendations to guide clinical practice. J Physiother. 23. März 2020;(1).
10. Hellmuth T, Hoppe D, Teschler S, Hoheisel R, Hillmann T. Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (zu Hygienemaßnahmen bei der Behandlung von PatientInnen mit Lungenerkrankungen in der ambulanten Physiotherapiepraxis in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie. Dtsch Ges Für Pneumol Beatm E V DGP. 3. November 2020;

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