Atemerleichternde Stellungen: Körperhaltung und Verhalten bei Atemnot oder Husten

Bestimmte Körperhaltungen erleichtern Ihnen die Atmung. Dies ist vor allem bei akuter Atemnot – mit oder ohne begleitenden Husten – hilfreich. Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen ist es sogar ausgesprochen wichtig, atemerleichternde Stellungen zu kennen, um sie auch in Notfallsituationen anwenden zu können.

Atemerleichternde Haltungen können Sie nicht nur bei Atemnot, sondern auch bei Hustenanfällen anwenden. Dadurch ist der Husten nicht so anstrengend. Gleichzeitig fördern diese Körperstellungen ein Abhusten von Schleim.

Tipp vorab: Ausatmung über Lippenbremse

Atmen Sie bei allen atemerleichternden Stellungen ruhig, gleichmäßig und langsam ein und aus. Setzen Sie bei der Ausatmung idealerweise die Lippenbremse ein.

1. Stütz oder Entlastung im Stehen

Der Stütz ist eine Entlastung im Stehen. Er ist eine atemerleichternde Stellung, die Sie auch unterwegs anwenden können.

So geht’s:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie stabil stehen. Stellen Sie dazu zum Beispiel die Füße hüftbreit auseinander.
  2. Beugen Sie Ihren Körper leicht nach vorne und stützen Sie beide Arme irgendwo ab – beispielsweise an einer Wand, einem Vorsprung, einer Parkbank oder einem Treppengeländer. Dadurch geben Sie das Gewicht vom Schultergürtel ab.
  3. Sie können sich auch nur mit einer Hand abstützen. Drehen Sie sich dafür seitlich zum Beispiel zum Geländer und stemmen Sie den freien Arm in Ihre Hüfte.
  4. Achten Sie darauf, dass der Bauch frei ist.
  5. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Atmen Sie langsam durch die Nase ein und langsam mittels Lippenbremse wieder aus.
  6. Bleiben Sie in dieser Stellung, bis sich Ihre Atmung beruhigt und sich die Atemnot legt.

2. Torwartstellung

Die Torwartstellung ist eine bekannte atemerleichternde Stellung, die Sie sicher von Sportlern kennen. Sportler nehmen nach großen Anstrengungen – zum Beispiel einem Sprint – die Torwartstellung ein. Die Körperhaltung trägt diesen Namen, weil sie der Stellung ähnelt, die ein Torwart einnimmt, während er auf einen Schuss wartet.

So geht’s:

  1. Stellen Sie sich breitbeinig und leicht gebeugt hin wie ein Torwart.
  2. Stützen Sie sich mit den Händen auf Ihren Oberschenkeln ab, um das Gewicht der Arme abzugeben.
  3. Achten Sie darauf, dass der Bauch frei ist – öffnen Sie zum Beispiel den Knopf Ihrer Hose, sollte Sie diese einengen.
  4. Atmen Sie möglichst entspannt in den Bauch. Der Bauch wölbt sich bei der Einatmung nach außen, bei der Ausatmung geht der Bauch wieder zurück.
  5. Atmen Sie mit der Lippenbremse aus.
  6. Bleiben Sie so lange in der Stellung, bis sich Ihre Atmung beruhigt und sich die Atemnot legt.

3. Schülersitz

Der Schülersitz ist eine atemerleichternde Haltung im Sitzen, die allerdings etwas Beweglichkeit in der Oberschenkelmuskulatur erfordert.

So geht’s:

  1. Setzen Sie sich rittlings – also verkehrt herum – auf einen Stuhl mit Lehne.
  2. Legen Sie Ihre Unterarme auf der Stuhllehne ab.
  3. Legen Sie Ihren Kopf mit der Stirn auf Ihren Händen ab.
  4. Achten Sie auf einen freien Bauch.
  5. Atmen Sie ruhig und langsam ein und aus.

4. Kutschersitz

Die Bezeichnung dieser atemwegserleichternden Haltung leitet sich von den früheren Droschkenkutschern ab. Diese schliefen nach getaner Arbeit auf dem Kutschbock in sich zusammengesackt, während die Pferde allein nach Hause liefen.

So geht’s:

  1. Setzen Sie sich auf einen Hocker, Stuhl, Bank oder ähnliches.
  2. Stützen Sie sich mit den Ellenbogen auf den Knien ab, sodass der Schultergürtel abgestützt ist und das Gewicht der Arme abgegeben wird.
  3. Alternativ können Sie auch Ihre Hände auf den Knien abstützen.
  4. Öffnen Sie den Hosenknopf, um möglichst viel Bauchfreiheit zu haben.
  5. Atmen Sie entspannt in den Bauch. Der Bauch wölbt sich bei der Einatmung nach außen, bei der Ausatmung geht der Bauch wieder zurück.
  6. Atmen Sie idealerweise mit der Lippenbremse aus.
  7. Bleiben Sie so lange in der Stellung, bis sich Ihre Atmung beruhigt und sich die Atemnot legt.

5. Stellung des Kindes

Diese Körperhaltung setzt ein gewisses Maß an Beweglichkeit voraus und eignet sich dann, wenn sich zur Atemnot noch Erschöpfung mischt.

So geht’s:

  1. Gehen Sie in den Vierfüßlerstand.
  2. Stützen Sie sich auf den Unterarmen ab.
  3. Legen Sie den Kopf auf den Händen ab. Rücken und Nacken bleiben dabei entspannt.
  4. Der Bauch ist frei.
  5. Atmen Sie möglichst entspannt in den Bauch. Der Bauch wölbt sich bei der Einatmung nach außen, bei der Ausatmung geht der Bauch wieder zurück.
  6. Bleiben Sie so lange in der Stellung, bis sich Ihre Atmung beruhigt und sich die Atemnot legt.

Grundprinzip aller atemerleichternden Haltungen: Entlastung

Alle atemerleichternden Stellungen basieren auf dem Grundprinzip der Entlastung. Dadurch, dass Sie sich mit Ihren Armen abstützen, geben Sie das Gewicht des Brustkorbs über die Arme ab und müssen weniger Haltearbeit leisten. So vermindern Sie Ihren Sauerstoffbedarf, was die Atmung erleichtert. Gleichzeitig verschaffen Sie Ihrem Bauch mehr Raum und Freiheit zum Atmen.


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Hinweis: Der Inhalt des Beitrags stellt keinen Therapieersatz dar. Die vorgestellten Übungen sollen als Beispiele für die Atemtherapie dienen. PARI empfiehlt Patienten, sich stets mit ihrem behandelnden Facharzt und Physiotherapeuten abzusprechen.


Ein Beitrag der PARI-BLOG Redaktion.


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