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Dienstag, 07. Februar 2017

Nach Vernebelung von Salzlösung singt es sich leichter

Eine amerikanische Arbeitsgruppe untersuchte den Einfluss trockener Stimmbänder ...

... sowie  die Verneblung isotoner Salzlösung auf die Tonerzeugung1. Zu diesem Zweck atmeten 10 universitär ausgebildete Sänger sowie 10 Amateursänger 30 Minuten lang trockene Luft (<1 % relative Feuchte) in zwei Sitzungen ein. Anschließend wurden die Sänger zu auftretenden Symptomen wie  Mund-/Halstrockenheit oder veränderter Anstrengung zur Tonerzeugung befragt. Im Anschluss inhalierten die Sänger 3 oder 9 mL isotonische Salzlösung via Vernebler.


Ergebnis:
Die trockene Luft führte zu einer subjektiv empfundenen Verschlechterung  der Tonerzeugung in beiden Gruppen. Nach Vernebelung von isotoner Salzlösung jedoch fiel den Probanden das Singen viel leichter:

  • Stärkere und kurzweilig signifikante Verbesserung der Symptomatik bei den Amateursängern.
  • Mäßige und langanhaltend signifikante Verbesserung  der Symptomatik bei den ausgebildeten Sängern.
  • Die unterschiedlichen Volumina der Kochsalzlösung (3 oder 9mL) führten zu keinem signifikanten Unterschied.

Die vorliegende Studie zeigt, dass die Befeuchtung durch vernebelte isotone Kochsalzlösung die Stimmerzeugung signifikant verbessert. Ein Volumen von  nur 3 mL war dabei ausreichend. Dies könnte ein vielversprechender Therapieansatz für die Behandlung von Sängern mit beanspruchten Stimmbändern bei Überanstrengung oder Erkältung sein. Dieser  Therapieansatz könnte optimiert  werden durch den Einsatz von extra großen Tröpfchen, >5 µm, die speziell im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder deponiert werden.

1. Tanner K, Fujiki RB, Dromey C, et al. Laryngeal Desiccation Challenge and Nebulized Isotonic Saline in Healthy Male Singers and Nonsingers: Effects on Acoustic, Aerodynamic, and Self-Perceived Effort and Dryness Measures. J Voice. September 2015.