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Montag, 28. März 2011

Was der Lungenspezialist über Inhalationstherapien wissen sollte

Ein neues Europäisches Konsensus-Papiers hilft bei der Auswahl des geeigneten Systems - die Auswahl an verschiedenen technischen Lösungen für eine effiziente Wirkstoffinhalation ist riesig.

Der Fokus lag ganz bei Aspekten der Handhabung der verschiedenen verfügbaren Inhalationssysteme durch den Patienten. Die Leitlinie1 will den behandelnden Ärzten eine Grundlage bieten, wenn es darum geht eine fundierte Entscheidung zu treffen: Welches System ist für meinen Patienten am besten geeignet? Berücksichtigt wurde sowohl die Behandlung zuhause als auch im Krankenhaus.

Die Publikation der Lungenspezialisten führt die Komplexität der Inhalationstherapie vor Augen: Es gibt viele Einflussgrößen, die bedacht werden wollen: In erster Linie natürlich die Leistung des Systems selbst, aber auch der Wirkstoff, die Schwere der Erkrankung, Atemmuster und Geschicklichkeit der Betroffenen. Genannt wurden auch oft übersehene Faktoren, wie die Kreativität von Patienten, wenn es darum geht, Dinge im Alltag doch anders zu machen, als es vom Praxispersonal geschult wurde.

Prinzipiell kann mit allen verfügbaren Systemen wirksam behandelt werden. Das gilt jedoch nur, wenn sie richtig angewendet werden. Oft genug ist das in der Praxis vor allem bei den gängigen Dosiersprays nicht immer der Fall: Unter Alltagsbedingungen wurden mit diesen kleinen und handlichen Inhalatoren Fehlerquoten von über 70% beobachtet2.

Besser sieht es aus, wenn zur Unterstützung eine Inhalierhilfe verwendet wird. Auch Vernebler sind sehr hilfreich, wenn ein Patient Schwierigkeiten mit der richtigen Inhalationstechnik hat.

So differenziert die Auswahl für den einzelnen Erkrankten auch erfolgen muss, einen ganz klaren Ratschlag des Expertengremiums gab es für alle Patienten: wann immer möglich, sollten die Betroffenen nur eine Art von Inhalationssystem verwenden und ein Wechsel sollte nur in guter Absprache zwischen Arzt und Patient erfolgen. Das erhöht sehr deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Inhalation gut beherrscht wird und dass die Therapie auch anschlägt.

Quellen:

  1. Laube et al. 2011 ERJ Express. Published ahead of print on Feb 10
  2. Molimard et al. 2003 J Aerosol Aerosol
    In Gasen oder Luft schwebende kleine Partikel aus fester, flüssiger oder gemischter Zusammensetzung.
    Med 16: 249-254