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Donnerstag, 18. Juni 2009

Trockene Atemwege – spielen sie eine zentrale Rolle bei Atemwegserkrankungen?

Eine deutsch-amerikanische Forschergruppe konnte an einem transgenen Mausmodell zeigen, dass eine gestörte osmotische Regulation der Lungenepithelzellen zu einer teilweisen Austrocknung des Flüssigkeitsfilms auf der Atemwegsoberfläche führt. Diese Dehydrierung der Atemwege war ausreichend, um anhaltende Veränderungen der Lungenoberfläche auszulösen, wie sie typisch sind für Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD und Mukoviszidose.

Für Mukoviszidose war die zu trockene Atemwegsoberfläche bereits als ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des Krankheitsbildes erkannt worden. Bei dieser Erkrankung führt ein Gendefekt zu einer Störung des Ionenaustauschs zwischen dem Lungenepithel und dem Oberflächenfilm. Die Wissenschaftler aus Heidelberg, Michigan und North Carolina konnten jetzt mit Mäusen, die einen epithelialen Natriumkanal überexprimierten, den direkten Zusammenhang zwischen dem Gendefekt, der Ausbildung von obstruktivem Schleim und der Entstehung entzündlicher Prozesse in den Atemwegen nachweisen. Die bei den Mäusen aufgetretene Symptomatik ist nicht nur typisch für Mukoviszidose sondern auch für andere Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD. Die Autoren folgern aus den Ergebnissen, dass allein eine zu trockene Atemwegsoberfläche ursächlich ist für die Ausbildung schwerer chronischer Atemwegskrankheiten. Sie sehen daher die Befeuchtung der Lungenoberfläche zur Wiederherstellung des Flüssigkeitsfilms als neues therapeutisches Ziel.