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Dienstag, 09. November 2010

Sopranistinnen fanden: nach vernebelter Saline singt es sich wieder leichter

Bei 34 ausgebildete Sopranistinnen wurde untersucht welchen Einfluss zu trockene Stimmbänder auf die Tonerzeugung haben und ob vernebelte Saline Erleichterung bringt.

Alle atmeten zu diesem Zweck eine Viertelstunde lang sehr trockene Luft (RH<1%) durch den Mund ein (Dehydrierungs-Reiz). Die Sängerinnen wurden anschließend befragt, ob sie die Tonbildung nach diesem Vorgang als anstrengender für die Stimmbänder empfinden. Das Ergebnis war signifikant: die trockene Luft führte zu einem deutlichen Anstieg der subjektiv empfundenen phonatorischen Anstrengung. Die Prozedur wurde insgesamt dreimal an drei verschiedenen Tagen durchgeführt. Im Anschluss erhielten die Sopranistinnen entweder steriles Wasser oder isotone Salzlösung via Vernebler oder gar keine Behandlung. Vernebeltes Wasser erwies sich als nutzlos: ebenso wie die Kontrollguppe ohne Behandlung blieben die Stimmbänder während der 120-minütigen Beobachtungsdauer unverändert beeinträchtigt. Mit der isotonen Salzlösung jedoch konnten die Musikerinnen schon gleich nach der Verneblung wieder leichter Singen: die phonatorische Anstrengung ging sehr rasch etwa auf die Ausgangswerte vor der Dehydrierung zurück.

 

Diagramm Tanner 2010 Opernsänger

 

Abb.: Mit vernebelter isotoner Salzlösung konnten die Musikerinnen schon gleich nach der Verneblung wieder leichter Singen: die phonatorische Anstrengung ging sehr rasch etwa auf die Ausgangswerte vor der Dehydrierung zurück.

Quelle: Tanner et al. (2010) J Speech Lang Hear Res. Epub ahead of print