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Donnerstag, 22. Juli 2010

Mukoviszidose: Verbessert hypertone Saline den Ernährungszustand?

Bei 14 Mukoviszidose-Patienten aus Italien war das der Fall. Alle hatten mindestens 18 Monate lang hypertone Saline inhaliert und wiesen danach einen deutlich günstigeren BMI auf. Diese Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen europäischen Mukoviszidose-Kongress vorgestellt.

Der Ernährungszustand von Mukoviszidose-Patienten ist oft schlecht, die Betroffenen sind in der Regel untergewichtig und viele müssen täglich Nahrungsergänzungspräparate zu sich nehmen. Daher hat sich eine italienische Ärztegruppe den Body-Mass-Index (BMI) als messbare Kenngröße für Veränderungen im gesamten Gesundheitszustand bei diesem Krankheitsbild ausgewählt1.

Sie verglichen den BMI vor Beginn der Therapie mit Werten während der Therapie, die sie alle sechs Monate erfassten. Die 14 Patienten waren durchschnittlich 17 Jahre alt und 32 Monate mit hypertoner Saline behandelt. Bei jenen, die ohne Nahrungsergänzung auskamen stieg der BMI durchschnittlich von 18,2 auf 20 und bei jenen, die auf Nahrungsergänzung angewiesen waren von 17,8 auf 19,5.

Das Fazit der Ärzte: „Langzeit-Behandlung mit hypertoner Saline hat einen positiven Effekt auf den Ernährungszustand bei Jugendlichen mit Mukoviszidose.“ Allerdings seien weitere Studien mit größeren Patientenkollektiven notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Hypertone Saline wird bei Mukoviszidose-Patienten häufig zur Verbesserung der Schleimlösung in der Lunge eingesetzt. Etliche klinische Studien haben belegt, dass diese Sole-Inhalationen sehr hilfreich sind: die Patienten können leichter abhusten, verbessern ihre Lungenfunktion und leiden weniger unter Exazerbationen2. Mit Fragebögen zur Lebensqualität konnte auch schon gezeigt werden, dass sich die Patienten mit dieser Therapie subjektiv insgesamt besser fühlen2.

1 Fogazzi et al. 2010 J Cyst Fibr 9 (suppl 1):S64
2 Wark & McDonald 2009 Cochrane Database Syst Rev: CD001506