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Montag, 30. November 2009

Inhalation von NaCl-Lösung hemmt Exspiration infektiöser Bioaerosole

Mit der menschlichen Atemluft exhalierte Bioaerosole fungieren als Vektoren bei der Ausbreitung sehr unterschiedlicher viraler und bakterieller Infektionskrankheiten wie z. B. Influenza, Varizellen, Masern oder TBC. Eine deutsch-amerikanische Studie[1] konnte nachweisen, dass nach Inhalation einer NaCl-Lösung die Exspiration keimbeladener Bioaerosoltröpfchen signifikant über einen längeren Zeitraum verringert werden kann. Zukünftige Untersuchungen sollen nun die Möglichkeit prüfen, ob sich hieraus eine gleichermaßen einfache, effiziente wie auch kostengünstige Möglichkeit zur Reduktion der Ansteckungsgefahr durch Tröpfcheninfektionen ergibt.

Für die Krankheitsübertragung relevante Bioaerosoltröpfchen sind < 1µm groß, größere Tropfen werden aufgrund ihrer Schwerkraft bereits in den Atemwegen abgeschieden. Die Autoren konnten in vivo mit 11 Personen unterschiedlichen Alters zeigen, dass etwa 50% der Probanden in Ruheatmung wesentlich mehr Bioaerosole produzierten als die andere Hälfte. Daraus ergibt sich, dass etwa 50% der Menschen für 98% der durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Infektionskrankheiten verantwortlich sind.

Innerhalb der Gruppe der so genannten „High-Producer“, welche mehr als 500 Bioaerosolpartikel / l Atemluft über einen Zeitraum von 6 Stunden erzeugten, konnte durch eine 6-minütige Inhalation einer 0,9 %igen, isotonischen NaCl-Lösung mit dem PARI LC PLUS Vernebler die Abgabe der Bioaerosole um rund 72% verringert werden. Dieser Effekt hielt über einen Zeitraum von 6 Stunden an.

Die Wirkung der NaCl-Inhalation hängt offenbar mit einer Veränderung der physikalischen Eigenschaften des die Atemwege auskleidenden Fluidums zusammen. Die Applikation der Salzlösung scheint die Schleimschicht des respiratorischen Epithels dahingehend zu modifizieren, dass eine relativ hohe Oberflächenspannung entsteht. Dadurch wird die Bildung größerer Bioaerosoltropfen begünstigt. Die Größe der Tröpfchen konnte im Experiment bis auf > 10µm gesteigert werden. Solche Teilchengrößen werden auf Grund ihrer Trägheit bereits in den Atemwegen effektiv ausgefiltert.

Die Autoren beabsichtigen, das Verfahren in weiter führenden Studien noch zu verbessern. Dabei sollen diverse zusätzliche Parameter, wie z. B. die Rolle der Oberflächenviskosität und –elastizität sowie verschiedene physiologische und auch umgebungsabhängige Faktoren untersucht werden.

Fazit: Die Inhalation von Kochsalzlösung stellt eine einfach zu handhabende, effiziente und noch dazu preiswerte Methode dar, das Risiko einer Ausbreitung von Infektionskrankheiten via Tröpfcheninfektion einzudämmen. Sie bietet den Vorteil, unabhängig von der Art des Krankheitserregers und ohne unerwünschte Arzneimittelwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu sein. In praktischen Plastik-Ampullen erhältliche Kochsalzlösung wie die PARI NaCl Inhalationslösung  und Inhalationsgeräte wie die der PARI BOY Familie mit den PARI LC SPRINT Verneblern können hier einen wichtigen Beitrag leisten.

1D.A. Edwards, J.C. Man, P. Brand, J.P. Katstra, K. Sommerer, H.A. Stone, E. Nardell, G. Scheuch: Inhaling to mitigate exhaled bioaerosols, PNAS Dec 14, 2004, vol. 10, no. 50, 17383 - 17388

Weitere Informationen zu den Produkten von PARI und der zitierten Studie erhalten Sie von:

Dr. Rosina Ledermüller
PARI GmbH
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