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Donnerstag, 29. April 2010

Haben Ärzte noch Wahlfreiheit?

7- oder 10-stellige Hilfsmittelnummer: Kennen Ärzte ihre Rechte bei der Wahl des richtigen Hilfsmittels für ihre Patienten?

Ärzte sehen sich immer mehr in der Zwickmühle zwischen ihrer Aufgabe, den Patienten optimal zu versorgen, und den Sparzwängen des Gesundheitswesens. Qualitätsprodukte sollen durch günstigere Alternativen ersetzt werden, um Kosten einzusparen.

Doch kann das Therapieziel damit erreicht werden? Die teuerste Therapie ist immer die, die nicht wirkt. Auch wenn eine Therapie in die Länge gezogen wird, erhöht sich die Belastung für das Gesundheitssystem.
Qualität bietet Vorteile: effektive und qualitativ hochwertige Hilfsmittel erhöhen die Sicherheit für Arzt und Patient, reduzieren Komplikationen, erhöhen die Lebensqualität und können lebensverlängernd wirken!

Die neue Fassung der Hilfsmittelrichtlinie (HilfsM-RL) vom 16. Oktober 2008 stärkt dabei die Entscheidungsfreiheit des Arztes!

In §7 Absatz 3 und 4 heißt es wörtlich:
-    „[…] Hält es der verordnende Arzt für erforderlich, ein spezielles Hilfsmittel einzusetzen, so bleibt es ihm freigestellt, in diesen Fällen eine spezifische Einzelproduktverordnung durchzuführen. Eine entsprechende Begründung ist erforderlich.“
-    „Änderungen und Ergänzungen der Verordnung von Hilfsmitteln bedürfen einer erneuten Arztunterschrift mit Datumsangabe.“

Im Falle von Inhalationsgeräten beispielsweise ist eine 10-stellige Verordnung oftmals sinnvoll, da die im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Inhalationsgeräte zur Therapie der unteren Atemwege (Obergruppe 14.24.01.0xxx) sich sowohl in ihrer Effizienz und patientengerechten Ausstattung als auch in ihrer Eignung zur Verneblung bestimmter Medikamente stark unterscheiden.

Selbst der neue Hilfsmittelliefervertrag, der jüngst zwischen BARMER GEK sowie TK und zahlreichen Leistungserbringern geschlossen wurde, berücksichtigt die Möglichkeit einer 10-stelligen Verordnung durch den Arzt und sieht entsprechende Regelungen zur Kostenerstattung vor.

Diese Möglichkeit zur Erhaltung seiner Entscheidungsfreiheit sollte der Arzt nutzen, um auch weiterhin eine optimale Therapie durchführen zu können – zum Wohle der Patienten!