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Montag, 31. März 2014

Fallbericht: Therapieerfolg mit vernebeltem Plasminogen-Aktivator bei plastischer Bronchitis

die Inhalation (z.B. mit Salbutamol, Budesonid, Acetylcystein oder DNase) ist oftmals ein wichtiger Therapiebestandteil

Plastische Bronchitis (Bronchitis plastica) ist eine selten vorkommende Komplikation, die nach Herzoperationen oder im Rahmen von einigen Erkrankungen, wie z.B. Atemwegserkrankungen, auftreten kann.  Sie ist durch die Bildung von großen, verzweigten Bronchialausgüssen charakterisiert, die zu lebensbedrohlichen Obstruktionen (Verengung der Bronchien) führt [1]. Neben der symptomatischen Akuttherapie, sowie der oftmals lebensrettenden Bronchoskopie (Lungenspiegelung) zur Entfernung der Bronchialausgüsse, ist die Inhalation (z.B. mit Salbutamol, Budesonid, Acetylcystein oder DNase) oftmals ein wichtiger Therapiebestandteil [1].


Mögliche Grunderkrankungen bei Bronchialausgüssen
AsthmaErkrankungen der Lymphwege
Allergische bronchopulmonale AspergilloseSichelzellanämie
Bronchozentrische GranulomatoseHerzinsuffizienz
Bronchiektasenkonstriktive Perikarditis ( Panzerherz)
MukoviszidoseOperation bei Herzklappenfehler
TuberkuloseRheumatoide Arthritis
DiphtherieAmyloidose
Membranöse Kolitis

Tab.1: Mögliche Grunderkrankungen bei Bronchialausgüssen [1]

Von einer erfolgreichen Therapie mit vernebelter Alteplase (t-PA; gewebespezifischer Plasminogen-Aktivator) bei plastischer Bronchitis wird in dem Fallreport von M. Colaneri et al, einer italienischen Forschergruppe, berichtet [2]. Ein an PCD (Primäre Ciliäre Dyskinesie) und an den Herzkranzgefäßen erkrankter 13-jähriger Junge entwickelt nach einer Herzoperation ein chronisches sinubronchiales Syndrom mit Ohrenbeteiligung. Eine starke Verschlechterung der Herz- und Lungenfunktion erforderten eine Einweisung ins Krankenhaus mit Extubation, Beatmung und Bronchoskopie. Da die Therapie via Verneblung mit Salbutamol, N-Acetylcystein, Budesonid, DNase und oralem Sildenafil nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde zusätzlich mit Alteplase inhaliert (via PARI LC Sprint Vernebler). Der Therapieerfolg stellte sich schon in den nächsten Tagen ein. Es konnte eine Verflüssigung des Sputums festgestellt werden. Atelektasen (kollabierte Lungenabschnitte) und respiratorische Symptome traten nicht mehr auf. Der Patient wurde mit der Empfehlung, die Therapie mit der Inhalation von Budesonid, DNase und t-PA und oral verabreichtem Sildenafil plus Physiotherapie fortzusetzen, aus dem Krankenhaus entlassen.

[1] Schmitz J et al.  2004, Pneumologie; 58: 443-448
[2] Colaneri M et al. 2014, Italian Journal of Pediatrics, 40:18