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Donnerstag, 13. Februar 2014

Die Inhalationstherapie im Kindesalter: Mit Verneblern auf der sicheren Seite sein

In der Akuttherapie von obstruktiven Atemwegserkrankungen sind Vernebler das Mittel der ersten Wahl...

Kinderärzte sind sich einig, dass die Inhalationstherapie ein zentraler und immer wichtigerer Bestandteil bei der Behandlung von obstruktiven Atemwegserkrankungen im Kindesalter ist. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die inhalative Therapie sorgt für im Vergleich zur systemischen Therapie geringere Nebenwirkungen bei schnellem Wirkeintritt.

Gerade bei Kindern ist eine effektive Nutzung abhängig von der Fähigkeit, das System korrekt anzuwenden. Daher ist es gerade bei den Kleinsten wichtig, situationsgerecht das geeignete Inhalationsgerät zu verordnen.

Die unterschiedlichen Inhalationssysteme, sowie  die Anwendung  hypertoner Salzlösungen (HS) werden in der vorliegenden Arbeit der Autoren Dr. Weisner und Prof. Kopp zusammengefasst:

Inhalationssysteme

Die Verneblertherapie erfordert im Gegensatz zu Dosieraerosolen und Pulverinhalatoren kein  spezielles Atemmanöver und ist deshalb für alle Altersklassen insbesondere für Kinder geeignet.

Eine regelmäßige Ruheatmung reicht für die Vernebelung eines Medikaments aus, wohingegen bei Pulverinhalatoren zur Zerstäubung des Pulvers (Desagglomerierung des Pulvers zur Generierung lungengängiger Partikel) eine höhere Atemflussrate notwendig wird.

Zudem können bei Bedarf die Inhalationslösungen gemischt inhaliert werden, so dass die Inhalationszeit verkürzt wird.

Die Autoren empfehlen bei akuten Exazerbationen die Inhalation mit Vernebler als Therapie der ersten Wahl. Denn gerade durch die im Vergleich zu einem Dosieraerosol oder Pulverinhalator verlängerte Inhalationszeit, kann zu einer zusätzlichen Beruhigung und Entspannung von Kind und Eltern führen.

Vorteile Vernebler: 

  • Geeignet für Ruheatmung
  • Zugelassen für alle Altersgruppen
  • Keine Koordination nötig
  • Für Notfälle geeignet
  • Verfügbar für viele Medikamentenklassen

Salzlösung

Laut der Autoren ist die Vernebelung  von 3 bzw. 6 % iger hypertoner Salzlösung (HS) eine kostengünstige und effektive schleimlösende Therapieoption, bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. In Kombination mit einem bronchienerweiternden Medikament kann 3 % HS z.B. bei viraler akuter Bronchiolitis die mittlere Verweildauer im Krankenhaus senken.

Frühzeitig verabreicht, kann die Vernebelung  von 6 % HS pulmonalen Verschlechterungen (durch Verbesserung des „Lung Clearance Index“) bei Mukoviszidose-Patienten entgegen wirken.

Fazit:

In der Akuttherapie von obstruktiven Atemwegserkrankungen sind Vernebler das Mittel der ersten Wahl, um bei Kindern eine sichere, sowie zuverlässige Medikamentenapplikation zu gewährleisten. Die Vernebelung einer hypertonen Salzlösung  ist eine einfache, effektive und kostengünstige Therapieoption, die Exazerbationen in Mukoviszidose entgegen wirken kann. Da es bislang keine einheitlichen Empfehlungen in Hinblick auf die Höhe der Salzkonzentrationen gibt, sollten aufgrund der berichteten Erfolge im Kindesalter weitere Langzeitstudien folgen.

Weisner et al; Pneumologie 2013 10:126-133