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Donnerstag, 01. August 2013

Bei COPD-Patienten mit geringem inspiratorischen Flow ist Feuchtverneblung empfehlenswert

Die Verneblertherapie mit Bronchodilatatoren sollte bei COPD-Patienten [...] gegenüber einem DPI auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden.

COPD gehört mit derzeit rund 340 Millionen Patienten zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Rangiert sie derzeit noch auf Platz vier der häufigsten Todesursachen wird sie bald Rang drei erreichen, Grund ist hauptsächlich der zunehmende Anteil betroffener Frauen. In Deutschland leiden ca. 5 Millionen Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, Tendenz auch hier steigend.
Der Komplex aus Obstruktion, Atemnot, erschwerter Exspiration und starkem Husten mit Auswurf kann nur symptomatisch therapiert werden, eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes sowie eine Steigerung der Lebensqualität sind die möglichen Behandlungsziele. Dabei kommt besonders der Verhinderung von akuten Exazerbationen Bedeutung zu, die hauptsächlich durch Viren und Bakterien ausgelöst werden. Insbesondere die kalte Jahreszeit birgt daher für COPD-Patienten hohe Risiken.
Regelmäßige Inhalationen sind wesentlicher Therapiebestandteil, um die betroffenen Lungenbereiche mit bronchienerweiternden und ggf. antientzündlichen Wirkstoffen zu versorgen. Jedoch kann bei zunehmendem Alter und Fortschreiten der Krankheit der zur effektiven Anwendung von DPIs notwendige inspiratorische Fluss von 60l/min oft nicht mehr aufgebracht werden.
Die Inhalation mittels Feuchtverneblung bietet hier Abhilfe, wie eine neue Studie zeigt1. 20 COPD-Patienten mit einem inspiratorischen Flow unter 60l/min wurden mit Salmeterol via Diskus im Vergleich mit Arformoterol via Vernebler behandelt/therapiert.
Sowohl nach 15 als auch 30 und 120 Minuten wies die Lungenfunktion bei Feuchtverneblung einen deutlich besseren FEV1-Wert auf. :

Diagramm Mahler

Der Autor kommt zu dem Schluss: „Die Verneblertherapie mit Bronchodilatatoren sollte bei COPD-Patienten, die einen suboptimalen inspiratorischen Flow  aufweisen, gegenüber einem DPI auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden.“ Die COPD-Guidelines geben zwar keine eindeutige Empfehlung, unter welchen Umständen Patienten Venebler verwenden sollen, die ISAM/ERS Task Force2 jedoch weist darauf hin, dass vom DPI auf Vernebler gewechselt werden sollte, wenn der Patient auch nach Schulungen zur Optimierung seiner Inhalationstechnik mit dem DPI keinen Vorteil hat.
Mittels Feuchtverneblung erhält der Patient die erforderlichen Medikamente unter langsamer und ruhiger Einatmung, idealerweise unterstützt durch das in den PARI LC SPRINT Vernebler integrierte PIF-Control. Gegebenenfalls kann durch die Gabe einer Medikamentenmischung oder durch gleichzeitige Physiotherapie mit PEP-System zeitsparend therapiert werden.

1 Mahler et. al 2013, Journ. of Aerosol Medicine 26
2  Laube et al., 2011