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Donnerstag, 09. Januar 2014

Aus der Forschung:

Elektronische Nasen erschnüffeln Herzkrankheiten

Elektronische Nasen (EN) werden seit einigen Jahren experimentell dazu eingesetzt, Muster chemischer Verbindungen in der Ausatemluft zu identifizieren, um auf diese Weise Erkrankungen zu erkennen.

Elektronische Nasen (EN) werden seit einigen Jahren experimentell dazu eingesetzt, Muster chemischer Verbindungen in der Ausatemluft zu identifizieren, um auf diese Weise Erkrankungen zu erkennen. Diese nicht-invasive Analysemethode misst flüchtige, organische Verbindungen, sogenannte volatile organic compounds (VOCs), die sich bei Erkrankungen in ihrer Zusammensetzung ändern können.
Eine aktuelle Studie einer Münchner Arbeitsgruppe zeigte, dass eine elektronische Nase es prinzipiell möglich macht, anhand der Atemluft zwischen Gesunden und Herzkranken zu unterscheiden.
Untersucht wurden dabei  56 Patienten mit Herzmuskelerkrankungen, Herzerkrankungen aufgrund Bluthochdrucks oder akutem Herzinfarkt im Vergleich zu 43 gesunden Probanden. Die Ausatemluft wurde mit dem Bag-in-Box System gesammelt und anschließend mit der elektronischen Nase Cyranose 320 analysiert.
Insgesamt wies die Ausatemluft der Patienten mit kardialer Erkrankung im Vergleich zu den Kontrollen eine Vielzahl von signifikanten Unterschieden auf (p<0,05). Ebenso bestanden Unterschiede innerhalb der Gruppe der Erkrankten. So war sogar eine Differenzierung zwischen akutem und chronischem Zustand möglich. Diese Unterschiede waren unabhängig von Alter, Geschlecht und Medikation.
„Es werden keine spezifischen Marker identifiziert“, erklärt Frau Dr. Ochmann „sondern das Gesamtmuster ist entscheidend“
Fazit der Autoren
„Diese Methode erlaubt es uns prinzipiell, zwischen Gesunden und Kranken und innerhalb der Erkrankten nach Schweregrad zu differenzieren. Ob und inwieweit dieser Ansatz für einen klinischen Einsatz geeignet ist, sollte in weiteren prospektiven Untersuchungen an großen unabhängigen Patientengruppen geklärt werden“, so Dr. Uta Ochmann vom Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität München.

Ochmann U. et al; Messung der Ausatemluft mittels elektronischer Nase bei Patienten mit kardiologischen Erkrankungen. Abstract V338. Clin Res Cardiol 102, Suppl 1, 2013